Exchange Traded Fonds (ETF)

Was ist ein ETF?

ETF steht für Exchange Traded Funds (deutsch: börsengehandelter Fonds). Dem Namen entsprechend zeichnen sich ETFs dadurch aus, dass sie an Börsen gehandelt werden, ebenso wie beispielsweise Aktien. Im deutschen Sprachgebrauch wird auch gerne das Synonym „Indexfonds“ verwendet, da die Zusammensetzung des Fonds häufig einen bestimmten Index, wie etwa den DAX, den englischen FTSI oder den französischen CAC40, nachbildet. Aber auch für Branchen- und Sektor-Indizes sowie andere Anlageklassen wie Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien gibt es ETFs. Allgemein unterscheiden sich ETFs durch die Produktstruktur und das Ausschüttungsverhalten:

  • Physisch replizierender ETF: Der Fonds kauft die Wertpapiere des Index direkt auf. Oft wird dabei jedoch nur eine Teilmenge der Titel verwendet (sogenanntes Sampling). Diese ETFs sind für Anleger sehr transparent und einfach nachzuvollziehen.
  • Synthetisch replizierender ETF: Der Fonds kauft nicht direkt die Wertpapiere, sondern bildet durch Derivate den zugrundeliegenden Index ab (auch als Swap-ETF bekannt)
  • Ausschüttender ETF: Ausschüttungen der Wertpapiere (bspw. Dividenden von Aktien) werden vom Fonds gebündelt an die Anteilsinhaber weitergegeben.
  • Thesaurierender ETF: Auch wiederanlegender ETF genannt. Ausschüttungen werden vom Fonds reinvestiert, daher eignet sich ein thesaurierender ETF vor allem für Anleger mit einem langen Anlagehorizont.

Seit wann gibt es ETFs?

Der Versuch, einen Index in einem Fonds abzubilden, war schon in den Siebziger Jahren gemacht worden, jedoch nicht besonders erfolgreich. Der erste börsennotierte Indexfonds wurde 1993 an der Börse New York präsentiert. In Europa dauerte es weitere sieben Jahre, bis die ersten Indexfonds in Frankfurt in den Handel kamen. Nach der Finanzkrise 2008 änderten viele Anleger ihre Investmentstrategie zugunsten der ETFs. In Europa sind 700 Milliarden Euro in ETFs angelegt (Stand 2018).

Was sind die Chancen von ETFs?

Privatanlegern eröffnen sich einige Chancen mit ETFs.

  • Im Gegensatz zum aktiv gemanagten Fonds gibt es beim Indexfonds keine Manager oder aufwendigen Analysen, die mitbezahlt werden müssen. Daher entfällt der Ausgabeaufschlag, es werden beim Kauf nur die üblichen Transaktionskosten an der Börse gezahlt. Außerdem sind die sonstigen laufenden Kosten in der Regel niedriger.
  • Im Gegensatz zu klassischen Fonds, die einmal am Tag gehandelt werden, können Sie ETFs jederzeit während der Börsenöffnungszeiten kaufen und verkaufen.
  • ETFs sind rechtlich Sondervermögen, das Geld des Anlegers ist vom Betriebsvermögen des Anbieters der ETFs getrennt. Geht der Anbieter in die Insolvenz, dann ist Ihr Geld nicht Teil der Insolvenzmasse.
  • Durch die Investition in einen ganzen Index mit 30, 50 oder auch mehr als 500 Einzeltiteln ist die Risikostreuung besonders breit angelegt.

Was sind die Risiken von ETFs?

Wie fast alle Anlageformen haben auch die ETFs einige Risiken.

  • Da sie einen Marktindex abbilden, können sie niemals besser abschneiden als der Markt selbst.
  • Geht der jeweilige Index ins Minus, folgen ihm die ETFs dorthin. Wie bei allen Anlageformen sind Risiko und Rendite eng miteinander verbunden.
  • Ein ETF hat, im Gegensatz zu anderen Anlageformen wie beispielsweise Aktien, jährliche Kosten, normalerweise 0,1 – 0,5 %, die von der Rendite abgezogen werden müssen.
  • Im Gegensatz zum Aktienbesitzer hat der ETF-Investor kein Stimmrecht bei Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften. Das Stimmrecht liegt bei der Fondsgesellschaft.

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