Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW50)

Castell’scher Jahresausblick 2019

2018 war nichts für schwache Nerven. Die grosse Frage ist natürlich jetzt zum Jahresausgang, wie es wohl 2019 weitergehen wird. Nach den starken Korrekturen an den Aktienmärkten weltweit gibt es zumindest verhaltene Hoffnung, dass es im neuen Jahr ein bisschen positiver werden könnte. Das Wachstum dürfte weltweit zwar „schwächer werden aber nicht schwach“ sein, um mit Mario Draghis Worten zu sprechen. Was werden die dominanten Themen sein?

Geldpolitik in den USA und Europa

Die jüngsten Kommentare von US-Notenbankern deuten darauf hin, dass die FED die Zinsen weniger stark als noch vor geraumer Zeit erwartet anziehen könnte. Das würde auf dem Rentenmarkt die Zinsen wieder einfangen und die Aktienmärkte durchweg unterstützen. Und der Dollar könnte ebenso an Stärke einbüssen, falls die FED einen weniger restriktiven Kurs fahren würde. Auch wenn die EZB von einer Zinserhöhung noch weit entfernt ist, haben sich angesichts der schlechteren Wirtschaftsdaten auch im Euroland die Erwartungen angepasst: der Markt erwartet keine substantiellen Zinserhöhungen für 2019 und dies dürfte ebenso ein positiver Faktor für Aktien sein.

Brexit

Wie und ob Grossbritannien aus Europa ausscheidet ist wohl im ersten Quartal das grösste politische Risiko in Europa. Ein harter Brexit wäre nicht nur für die Briten eine ökonomische Katastrophe, sondern auch für Kontinentaleuropa. Man muss sich nur mal die Investitionen und die Handeslflüsse anschauen, um zu verstehen, dass ein ungeordnetes Ausscheiden weitreichende Konsequenzen hätte.

Handelskonflikt zwischen USA und China

Viel wird davon abhängen, ob eine weitere Eskalation zwischen den zwei grössten Volkswirtschaften der Welt verhindert werden kann. Zum Ausklang des Jahres sieht die Entwicklung recht versöhnlich aus, doch hier steckt der „Teufel“ im Detail. Eine Einigung wäre ein Segen für die Aktienmärkte, denn schon an den Geschäftszahlen im dritten Quartal war klar ersichtlich, wie negativ sich Strafzölle auswirken. Ein mehr davon, wäre Gift für die Profitabilität vieler Unternehmen weltweit.

Ansonsten

Generell wird sich die Frage stellen, wie robust das Wirtschaftswachstum bleiben wird, wie es um die Schwellenländer bestellt sein wird und wann Investoren sich wirklich auf einen nachhaltigen Abschwung einstellen. Hier möchte natürlich niemand der letzte sein. Deshalb gilt wohl für 2019 noch mehr als sonst: Das richtige Timing wird Investmenterfolge massgeblich entscheiden.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 49)

Märkte im Blick

Der Ausverkauf und die Verunsicherung an den Märkten hat eine neue Dimension erreicht. Hohe Volatilität scheint die neue Normalität zu sein, denn die Unsicherheit ob politischer und ökonomischer Faktoren belastet die Nerven der Investoren. Und das vor dem Hintergrund eines weiter mehr als soliden globalen Wirtschaftswachstums und weitgehend gesunder Unternehmensgewinne. Eine Bestandsaufnahme.

Wo stehen wir?

Märkte werden als Bärenmarkt bezeichnet, wenn sie mehr als 20 Prozent in einem Jahr gefallen sind, in „Korrektur“ befinden sie sich bei einem Rückgang von mehr als 10 Prozent. Weltweit gibt es nur noch wenige Aktienmärkte, wie Indien und die Schweiz, die in keine der beiden Kategorien fallen. Besonders schlimm hat es den chinesischen, italienischen und deutschen Aktienmarkt getroffen, die sich im Bärenmarkt befinden. Aber auch der amerikanische Leitindex Dow Jones hat seit den Höchstständen diesen Jahres knapp 10 Prozent verloren.

Was hat zu den jüngsten Verlusten geführt?

Handelskrieg, Zinssorgen, Brexit, Italien, Konjunkturabschwächung – das sind nur die größten Belastungsfaktoren, die den Nerven der Investoren zusetzten. Einerseits führen ebendiese gestressten Nerven momentan zu der hohen Volatilität an den Märkten, zu der dann anderseits durch automatische Handelsstrategien häufig weiterer Druck aufgebaut wird.

Handelskrieg zwischen den USA und China

Die Börsen hängen sprichwörtlich am Puls der Tweets des US-Präsidenten, wenn es zu einer Einschätzung der Verhandlungslage zwischen den beiden Nationen geht. Nach dem G20-„Durchbruch“ überwog die Erleichterung gefolgt von erneuten Zweifeln, die von aggressiven Tweets des US-Präsidenten genährt wurden. Zum Ende der Woche überwogen dann auch wieder die hoffnungsvollen Anzeichen, dass sich beide Parteien annähern. Zu viel steht auf dem Spiel. Dennoch, für angeschlagene Nerven, ist diese Achterbahnfahrt nichts, ein Grund für mehr Volatilität.

Die Fed schien nicht beeindruckt vom Ausverkauf

Obgleich die stark angestiegenen Zinsen an den US-Anleihemärkten einer der Auslöser für die Kursverluste im Oktober waren und US-Präsident Trump die Notenbank dafür lautstark kritisierte, blieben die Währungshüter dabei, die Wirtschaft positiv einzuschätzen und ihre Zinserhöhungserwartungen nicht anzupassen. Dies, in Verbindung mit steigenden Konjunktursorgen, hat ebenso zur Verunsicherung beigetragen und den Ausverkauf verstärkt. Zum Ende dieser Woche scheint sich etwas im Denken der Fed verändert zu haben und das könnte an den Märkten positiv ankommen. Mehr und mehr Vertreter der US-Notenbank nehmen an, dass die Notenbank weniger stark als erwartet an den Zinsen in 2019 drehen wird.

Brexit und co.

Politische Risiken werden auch weiterhin die Agenda dominieren. Falls Theresa May in der nächsten Woche den Deal nicht durch ihr Parlament bekommt ist alles möglich: zweites Referendum, Neuwahlen, harter Brexit. Investoren sind weiterhin auf der Hut und haben starke Probleme sich zu positionieren.

Wie geht es weiter?

Zu erwarten ist, dass die Volatilität bleibt, denn die Unsicherheitsfaktoren werden so schnell nicht verschwinden. Die nächste Woche wird wohl ganz im Zeichen des Brexit stehen. Eventuell könnten die Märkte noch ein wenig von den veränderten Zinserwartungen in den USA getragen werden.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 48)

Die letzte Woche hatte von allem etwas: Zinsfantasien, Sorgen um den Welthandel sowie einmal wieder ein Geldwäscheskandal bei der Deutschen Bank. In Summe ging es an den meisten Börsen leicht bergab. Übers Wochenende könnten in punkto Handel Impulse vom G20-Treffen in Argentinien auftreten, da sich US-Präsident Trump und sein chinesisches Gegenüber zusammensetzen werden. Eine Annäherung der beiden könnte positive Auswirkungen auf die neue Handelswoche haben.

Leichte Erholung zum Jahresende?

Der jüngste Ausverkauf an den Börsen – gemischt mit einer zurückhaltenderen Fed und einem stark gefallenen Ölpreis – könnte durchaus der Nährboden für – zumindest – kurzfristig steigende Kurse sein. Viele Analysten sehen den europäischen Aktienmarkt insbesondere als recht „günstig“ bewertet an – auch dem letzten starken Ausverkauf im Februar folgte eine Aufwärtskorrektur. Es besteht also durchaus die Möglichkeit für ein versöhnliches Jahresende an den Aktienmärkten.

OPEC-Treffen

Auch der Ölpreis könnte wieder steigen, falls die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) nächste Woche eine starke Kürzung der Fördermenge beschließen sollte. Zuletzt war der Ölpreis (Marke Brent) um mehr als 30 Prozent innerhalb von 2 Monaten gefallen. Grund dafür ist die Kombination aus momentan sehr hohen Förderquoten und einer plötzlich einsetzenden Sorge, dass sich die Nachfrage abschwächen könnte. Doch der Ölmarkt hat auch eine sehr politische Komponente: US-Präsident Trump braucht innenpolitisch einen niedrigen Ölpreis und übt Druck auf Saudi Arabien aus. Während der Rest der Welt das Land wegen der Ermordung des Journalisten Kashoggi verurteilt, bleibt Trump wage. Es scheint, als erwartete er von Saudi Arabien, die Fördermenge nicht so stark zu drosseln.

Brexit in heißer Phase

Am 11. Dezember wird das britische Parlament über den finalen Brexit-Deal entscheiden. Bis dahin wird Theresa May keine Gelegenheit auslassen, um vor den Folgen eines harten Brexits zu warnen. Was sie allerdings vergisst, ist, dass es ohne ihre Person durchaus zu einem zweiten Referendum kommen könnte.

Italien – Entspannung im Haushaltsstreit

Es sieht momentan so aus, als würden die Italiener doch noch einlenken und ihr Defizitziel absenken. Hintergrund ist wohl, dass die Regierung in Rom nicht mit einem Strafverfahren in die Europawahl ziehen wird. Manch einer glaubt ja, dass die Regierung sowieso nicht länger als Ende Mai – dem Zeitpunkt der Europawahl – halten wird.

CDU neuer Parteivorsitz

Auch in Deutschland wird nächste Woche nichts geringeres als die politische Zukunft der nächsten Regierung beschlossen. Ein CDU-Parteitag in Hamburg wird den oder die nächste Parteivorsitzende/n wählen, der höchstwahrscheinlich auch der/die nächste Kanzler/in werden wird. Momentan sieht es so aus, als würde Annegret Kramp-Karrenbauer das Rennen machen. Sie stünde mehr als die beiden anderen – Friedrich Merz und Jens Spahn – für eine gewisse Kontinuität.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 47)

Die Märkte haben sich mehr oder weniger auf eine deutliche wirtschaftliche Abkühlung eingestellt: Die Wallstreet hat nunmehr sämtliche Gewinne seit Jahresanfang abgegeben und der deutsche Leitindex DAX ist sogar knapp 15 Prozent im Minus. Hinzu kommen politische Risiken, höhere Zinsen und erste Anzeichen, dass sich die von der US-Regierung losgetretenen protektionistischen Maßnahmen – kurz Zölle – negativ auf die Gewinnsituation der Unternehmen auswirken. Am Anfang der Woche wird das Geschehen in Brüssel und in London abermals im Mittelpunkt stehen.

Brexit – Sondergipfel in Brüssel

Theresa May und die anderen europäischen Staatschefs werden am Sonntag mit dem Ziel zusammenkommen, ein für alle tragbares Austrittsabkommen zu verabschieden. Noch gibt es Unstimmigkeiten unter anderem mit Spanien über Gibraltar. Falls diese Hürde genommen wird, steht allerdings weiter in den Sternen, ob die britische Staatschefin den Deal jemals durch ihr Parlament bekommen wird. Diese Abstimmung dürfte Mitte Dezember anstehen – momentan hätte sie keine Mehrheit. Ein harter Brexit ist also nicht vom Tisch.

Diesel-Gipfel auf europäischer Ebene

Die Industriekommissarin der Europäischen Union (EU), Elzbieta Bienkowska, hat zu einem Spitzentreffen geladen, da sie mit dem Vorgehen der Industrie nicht zufrieden ist. Die EU-Kommission will mit den Mitgliedstaaten deshalb auch über den umstrittenen Handel mit älteren Dieselfahrzeugen innerhalb Europas sprechen: Zunehmend werden ältere Dieselautos wegen ihrer hohen Schadstoffwerte in Westeuropa aus dem Verkehr gezogen. Diese werden dann aber ohne Nachrüstung in osteuropäische EU-Staaten verkauft, wo sie weiter auf den Straßen unterwegs sind. Das könnte die EU-Kommission versuchen zu unterbinden.

Fed-Protokoll zur letzten Sitzung

Das Protokoll der letzten Sitzung der US-amerikanischen Notenbank wird vom Markt genau beobachtet, denn vom Optimismus der Zentralbanker hängt ab, wie schnell die Zinsen in den USA steigen werden. Kernfrage wird sein, ob der jüngste Einbruch am Aktienmarkt und beim Ölpreis die Meinung des Komitees maßgeblich geändert hat. Noch im Oktober schienen sie nämlich wenig beeindruckt davon und bestätigten den Kurs gradueller Zinserhöhungen. Ein Hinweis, dass die schon eingepreiste Zinsanhebung im Dezember eventuell ausbleiben könnte, würde die Märkte in jedem Fall deutlich bewegen.

Trump trifft chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping

In Argentinien findet in der kommenden Woche der G20-Gipfel statt, wo es auch ein Treffen zwischen Trump und Xi Jinping geben wird. Es besteht die Hoffnung, dass es im Handelsstreit zumindest zu einer Pause – wenn nicht zu einer Lösung – kommen könnte. Die Stimmen mehren sich, dass die Wirtschaft durch die Zölle auch in den USA in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch der jüngste Ausverkauf am Aktienmarkt hatte zumindest partiell damit zu tun. Eventuell überzeugt das den US-Präsidenten, der sich normalerweise stark an der Performance der Märkte orientiert.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 46)

„This Lady is not for turning“ – die berühmten Worte Margaret Thatchers hat sich auch Theresa May zu Herzen genommen. Bei Thatcher ging es damals um ihren rigorosen Liberalisierungskurs, der die britische Wirtschaft zuerst stark belastet, später allerdings beflügelt hatte. Ob Theresa May die gleiche Fortune hat, ist fraglich, ebenso fraglich ist, ob sie sich noch lange halten kann. Brexit und Italien, die politischen Themen werden uns auch in der kommenden Woche beschäftigen.

Italien und der Schuldenberg

Gleich am Montag kommt in Brüssel die Eurogroup zusammen, das sind die Finanzminister der Euro-Mitgliedstaaten, Vertreter der EU und der Präsident der EZB Mario Draghi. Unweigerlich werden diese über Italien sprechen müssen, da es im Budgetstreit weiterhin keine Einigkeit gibt. Am Mittwoch dürfte die Kommission sich dann äußern und die Märkte könnten eine erste Indikation bekommen, wie „hart“ Italien wohl von Brüssel sanktioniert werden könnte. Die Anleihemärkte nehmen das alles noch sehr gelassen, der grosse Lackmustest dürfte nächstes Jahr kommen, wenn Italien Anleihen im Wert von mindestes 300 Milliarden Euro neu finanzieren muss.

BASF

Kapitalmarkttag bei BASF. Nach einem enttäuschenden dritten Quartal – das Ergebnis litt unter der schwachen Nachfrage der Automobilindustrie – wird der Konzern den Anlegern einen Ausblick auf die Zukunft geben. BASF zählt zu den frühzyklischen Werten, die besonders sensibel auf eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds reagieren. Zentral wird also die Frage sein: Wie schätzt das Management die Nachfrage-Situation in 2019 ein?

USA – keine grossen Impulse zu erwarten

In den USA wird in der kommenden Woche Thanksgiving gefeiert. Deswegen dürfte es keine grossen Impulse von jenseits des Atlantiks geben. Auch die Börsen sind am Donnerstag geschlossen und am Freitag nur bis Mittags auf.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 45)

Nach den Midterm Elections in den USA konnten Investoren kurz durchatmen: die Märkte haben sich weltweit erleichtert gezeigt, denn das Ergebnis war so mehr oder wenig erwartet worden. Anleger versuchen ja gerne die Zukunft mit der Vergangenheit zu erklären und somit machte auch schnell die folgende Deutung die Runde: Historisch gesehen ist die Konstellation eines republikanischen Präsidenten und eines „geteilten“ Kongresses am Besten für die Märkte.
Ob dies auch dieses Mal gelten wird, steht in den Sternen, denn nächstes Jahr lässt der fiskalpolitische Stimulus der Steuersenkungen nach und auch die US-Wirtschaft dürfte sich – wenn auch nur leicht – abschwächen.

Nächste Woche schauen die Investoren nach Europa: Italien dürfte wieder spannend werden.

Italien – Deadline am 13. November

Trotz erhöhtem Druck anderer EU Mitgliedstaaten, scheinen die Italiener nicht bereit zu sein klein beizugeben und das Budget an die bestehenden Richtlinien anzupassen. Am kommenden Dienstag läuft die Deadline ab, einen neuen Budgetentwurf in Brüssel einzureichen. Die Weichen stehen auf Konfrontation, das dürfte auch an den Anleihemärkten und bei den Banken nicht ohne Auswirkung sein. Der EU wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als ein Defizitverfahren gegen das Land einzuleiten und eventuell Strafen zu verhängen. Die Wachstumsaussichten Italiens haben sich in jedem Fall schon deutlich eingetrübt.

Zentralbanker und Konjunkturdaten

Für Deutschland stehen Konjunkturdaten an: die erste Schätzung fürs BIP-Wachstum im dritten Quartal. Nachdem zuletzt die Wachstumsaussichten von Bundesregierung und Wirtschaftsweisen deutlich nach unten korrigiert worden sind, dürften die Zahlen dies nun bestätigen. Während sich das Wachstum in der Eurozone mehr und mehr eintrübt, ist die EZB weiterhin fest entschlossen den monetären Stimulus zurückzufahren und ihr Anleihekaufprogramm zu beenden. Diese Woche sprechen u. a. Peter Praet, der Chefvolkswirt, und ausgesprochene „Taube“, und EZB-Präsident Mario Draghi bei verschiedenen Veranstaltungen. Insbesondere die Worte Draghis, der am Freitag beim European Banking Congress in Frankfurt auftreten wird, werden von Investoren genauestens analysiert.

Berichtssaison geht weiter in Deutschland

Nächste Woche legen u.a. die Versorger Uniper, Innogy, RWE und E.ON und auch Bayer, Infineon und Merck Zahlen vor. Diese Berichtssaison kann wohl als Wendepunkt gesehen werden. Nach vielen Quartalen des Wachstums und positiver Überraschungen, gab es viele Gewinnwarnungen wie bei Daimler und BMW oder aber auch bei Thyssenkrupp, um nur einige zu nennen.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 44)

Ausblick auf die nächste Woche

Nach einem „Schock“-tober an den Märkten hat der November besser begonnen. Allerdings sind sich die Experten uneinig, ob es nun eine nachhaltige Erholung – Stichwort: Jahresendrallye – geben wird oder ob eine solche dieses Jahr ausfällt. Vor allem die politischen Risiken stehen weiter im Vordergrund – Stichwort US-China-Handelsstreit, Italien und Wahlen in den USA.

Midterm Elections in den USA

Selten oder noch nie waren die sogenannten Midterm-Wahlen in Amerika so dramatisch. Falls die Demokraten den Kongress gewinnen sollten, dürfte das politische Washington gelähmt werden. Präsident Trumps angekündigte Steuersenkung würde dann wohl nicht durchsetzbar sein. Für die Märkte wäre das wohl nicht positiv, denn weitere marktfreundliche Entscheidungen des US-Präsidenten dürften nicht die Zustimmung des Kongresses erhalten.

Angela Merkels Rückzug auf Raten

Nachdem Angela Merkel letzte Woche ihren graduellen Rückzug aus der Politik angekündigt hat, wird auch die kommende Woche spannend. Es geht um nichts minderes als die politische Positionierung der CDU und damit des zukünftigen Kanzlers oder der Kanzlerin. Die Grabenkämpfe in der CDU sind im vollen Gang und bis Anfang Dezember müssen die Kandidaten sich um die Unterstützung der Basis bemühen: In Hamburg wird dann der neue CDU-Chef gewählt.

Zinsentscheidung der Federal Reserve

Es wird zwar davon ausgegangen, dass die Fed im Laufe des Jahres noch einmal die Zinsen erhöhen wird, kommende Woche dürfte von der amerikanischen Notenbank allerdings kein Störfeuer für die Märkte zu erwarten sein.

Berichtssaison geht weiter

Nächste Woche geht die Berichtssaison mit vollem Schwung weiter. Bis dato verlief diese Saison gemischt, denn die Sorgen um einen eskalierenden Handelskrieg aber auch generell niedrigeres Wachstum haben manchem Unternehmen die Bilanz verhagelt. Diese Woche sind Siemens, BMW, Deutsche Post und last but not least die Commerzbank an der Reihe.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 43)

Ausblick auf die nächste Woche

Investoren brauchen gute Nerven in diesem Herbst und aller Voraussicht nach dürfte dies auch so weiter gehen. Die ungelöste Situation in Italien, der drohende Brexit und aber auch die durchwachsene Berichtssaison sorgen weiterhin für volatile Märkte.

Politische Risiken in Deutschland

Am Montag wird Deutschland über den Ausgang der Hessen-Wahl debattieren und aller Voraussicht nach dürfte die Autorität Angela Merkels zusehends geschwächt werden. Manche Kommentatoren sehen das Kanzleramt schon ohne Merkel. Dies dürfte allerdings so schnell dann auch nicht passieren. Die entscheidende Frage ist, ob Angela Merkel Anfang Dezember wieder zur Wahl als Parteivorsitzende kandidieren wird. Das Ausland guckt genau hin, denn ein politisches Vakuum in Deutschland zu Zeiten der politischen Krisen in Europa wird als bedrohlich eingeschätzt.

Italien

Italien bleibt eine sogenannte „wild card“ für die Märkte. Offiziell haben sie nun drei Wochen Zeit, um das Budget anzupassen. Falls die Märkte das Land nicht durch ein deutlich stärkeres Ansteigen der Zinsen in einen Kompromiss drängen, dürfte sich die Regierung in Rom nicht bewegen und auf Zeit spielen. Das bedeutet aber auch, dass Investoren sich an eine erhöhte Volatilität von italienischen Vermögenswerten gewöhnen müssen. Vor allem Banktitel stehen unter genauer Beobachtung, denn italienische Banken sind stark in die Anleihen des Landes investiert.

Berichtssaison geht weiter

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Bilanzen der Unternehmen sehr unterschiedlich ausfallen und dass Enttäuschungen vom Markt mit starken Verlusten bestraft werden. Diese Woche stehen in Deutschland vor allem Volkswagen und Lufthansa im Fokus. Autobauer haben es momentan ja außerordentlich schwer, da die ganze Industrie im Umbruch ist und die Altlasten – Stichwort Diesel – weiter belasten. Mit Argusaugen werden die Investoren deshalb die Zahlen von VW betrachten, ob auch die Wolfsburger ebenso wie Daimler deutliche Schwächen zeigen.

Bankenstresstests in Europa

Am Freitag wird die EBA (European Banking Authority) die Ergebnisse der 2018er-Stresstests publizieren. Um 18:00 Uhr deutscher Zeit wissen wir dann, welche der großen Banken in Europa für einen Konjunktureinbruch gut vorbereitet sind und welche Banken eher anfällig aussehen.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 42)

Ausblick auf die nächste Woche

Die Märkte haben sich wieder gefangen, allerdings bleiben Investoren weiterhin nervös, was den Ausblick anbelangt. Geopolitische Risiken und steigende Zinsen in den USA sind die größten Unsicherheitsfaktoren. Vor diesem Hintergrund stehen unter anderem auch in der kommenden Woche die Quartalsberichte im Fokus.

Berichtssaison in den USA und Europa

Gemischt sind die Unternehmensgewinne bislang ausgefallen: manche wie Goldman Sachs und Netflix haben positiv überrascht, andere wie SAP und Fresenius Medical Care enttäuscht. In der kommenden Woche startet die deutsche Berichtssaison erst richtig: Zahlen der Deutschen Bank werden am Mittwoch im Fokus stehen, Daimler am Donnerstag und BASF am Freitag, um nur einige zu nennen.

Konjunkturdaten aus den USA

An den Kapitalmärkten scheint Einigkeit zu herrschen, dass die US-Wirtschaft in einer ausgezeichneten Verfassung ist. Für die Aktienmärkte ist nun hochrelevant, ob dies die Fed veranlassen wird, die Zinsen schneller anzuheben. Der Ausverkauf der jüngsten Zeit war nicht zuletzt auf ein schnelles Anziehen der Renditen am US-Anleihemarkt zurückzuführen. Am Mittwoch wird das „Beige Book“ der Fed veröffentlicht, das weiter Aufschluss geben dürfte, wie ernst es der Fed mit der Bekämpfung der Inflation ist. Sie scheint sich von den Tiraden des US-Präsidenten jedenfalls nicht einschüchtern zu lassen.

EZB trifft sich zur geldpolitischen Sitzung

Am Donnerstag ist es wieder soweit. Für alle geldpolitisch Interessierten: ab 14:30 Uhr tritt EZB-Präsident Mario Draghi vor die Presse und erklärt seine Geldpolitik. Dies kann auch im Livestream (www.ecb.europa.eu) mitverfolgt werden. Trotz der steigenden Risiken für die Konjunktur und damit auch für die Inflation erwarten Volkswirte unisono, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm (QE) zum Jahresende stoppen wird. Interessant wird jedoch, ob Draghi etwas dazu sagt, ab wann die EZB den Anleihe-„Berg“ abschmelzen wird. Die EZB hat mehr als 2.6 Billionen Euro an Anleihen in den letzten Jahren gekauft.

Ölpreis im Blick

Der Fall Khashoggi und die möglichen Verwerfungen zwischen den USA und Saudi-Arabien sowie die Frage wie mit dem Iran weiter umgegangen wird, besorgen Händler des Rohstoffes. Vor allem Saudi-Arabien, der weltweit größte Ölproduzent hatte jüngst mit Vergeltung gedroht, falls die USA Sanktionen erwögen. Das wäre Neuland, denn die letzten 45 Jahre hat Saudi-Arabien nie seine Stellung als größter Ölproduzent genutzt, um seinen westlichen Verbündeten zu drohen.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte

Die letzte Woche war voller Bewegungen an den Märkten. Insbesondere die Anleihemärkte in Europa aber nicht zuletzt in den USA. Investoren sind nach besser als erwarteten Konjunkturdaten in den USA zu dem Schluss gekommen, dass die Fed die Zinsen doch schneller erhöhen könnte. Das hat eine breite Marktreaktion hervorgerufen, die anhalten dürfte.

Anleihezinsen ziehen an

Investoren hatten sich ja schon fast daran gewöhnt, dass es keine Volatilität mehr an den Anleihemärkten gab. Diese Zeit ist nun wirklich vorbei: amerikanische 10-jährige Renditen haben den größten Sprung seit knapp zwei Jahren hingelegt, auf ein 7-Jahreshoch. Alles deutet darauf hin, dass die US-Wirtschaft ihren Höhenflug nicht so schnell stoppen wird und die Zinskurve antizipiert klar steigende Inflation. Da das alles nun aber sehr schnell und ruckartig ging, spricht viel dafür, dass die Zinsen volatil bleiben.

Schwellenländer und Aktienmärkte leiden

Steigende Finanzierungskosten – Renditen an den Anleihemärkten – sind Gift für die Aktienmärkte, denn diese schmälern die zukünftigen Gewinne der Firmen. Schwellenländer trifft es vor allem, weil Anleger ihr Geld abziehen und es in den Dollar-Raum repatriieren, um an den steigenden Zinsen zu partizipieren. Falls es nun wirklich eine Trendwende gibt, dann dürfte diese Bewegung anhalten.

Italien bleibt im Fokus

Volatilität ist ebenfalls zurück bei italienische Anleihen. Die Hoffnung, dass die Märkte italienische Regierung zur Vernunft bringen werden, ist gestorben und damit sind die Tore offen für weitere Schwankungen in den nächsten Wochen. Viele Investoren ziehen sich zurück und verstärken damit die Volatilität noch mehr. Die Budgetprojektionen sind noch nicht in Stein gemeisselt, denn der definitive Entwurf soll erst Mitte Oktober der EU-Kommission vorgestellt werden. Es bleibt also spannend auch in der kommenden Woche.

US-Aktienmärkte mit Rekorden – Europa hinkt enorm hinterher

Wer am Jahresbeginn 100 Euro in den Dow Jones investiert hätte, wäre heute um circa 9 Euro reicher. Die gleiche Investition in den EuroStoxx50 hätte zu einem Verlust von ungefähr 3 Euro geführt. Warum ist dem so, obgleich die Wirtschaft in Europa wächst und von Krise keine Spur ist. Und vielleicht noch wichtiger. Geht das so weiter? Die Impulse von Konjunktur und Politik sind nach allgemeinen Ermessen in den USA positiver.
Die Amerikaner profitieren, wie zuletzt unter Alan Greenspan, von einer recht lockeren Geldpolitik obgleich die Wirtschaft brummt. Der Fed-Chef Powell hat keine Eile die Zinsen schneller anzuheben.

IWF – Schaulaufen auf Bali ab Donnerstag

Dieses Jahr findet die alljährliche Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds auf der indonesischen Insel Bali statt. Das who-is-who der weltweiten Finanzelite wird ab Donnerstag anwesend sein. Die Märkte werden genau zuhören, was die anwesenden Notenbanker und Wirtschaftslenker zu den Themen Handel, Krise in den Schwellenländern und Geldpolitik zu sagen haben.

Börsengang von Knorr-Bremse in Deutschland

Nicht nur im fernen Bali gibt es allerdings interessantes zu beobachten. Der Münchner Fahrzeugzulieferer Knorr-Bremse geht am Freitag an die Börse. Es könnte einer der grössten Börsengänge dieses Jahres in Deutschland sein. Dieses Mal geht es interessanterweise nicht um das Filetieren eines bestehenden Unternehmens, wie bei Siemens Healthineers, sondern um eine Nachfolgeregelung. Wahrscheinlich wird Deutschland noch mehr solche Börsengänge sehen.