Zinspolitik im Dilemma oder von Falken, Tauben und Krähen

Standpunkt Mai 2018

Zinspolitik im Dilemma oder von Falken, Tauben und Krähen

Dr. Sebastian Klein – Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank

Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 haben die Notenbanken weltweit in den Krisenmodus geschaltet. Nullzinsen, Refinanzierungsfazilitäten und Wertpapierkäufe – dieser Dreiklang von Instrumenten wurde aktiv eingesetzt. Mit konventionellen und nicht konventionellen Maßnahmen sind die Notenbanken ihrer Rolle als »lender of last resort« gerecht geworden. Und das war bitter nötig, stand doch – neben dem Deflationsgespenst – die Stabilität des Finanzsystems per se und einzelner Währungen in Frage. Bereits gut ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt sah sich Mario Draghi gezwungen, die Bereitschaft und Fähigkeit der EZB zum Schutz des Euro zu betonen. »Whatever it takes« ist zu Recht zum geflügelten Wort geworden. Ähnliche kommunikative und faktische Initiativen gab es von den Notenbanken in den USA, Japan, Schweden und der Schweiz. Daher wurde das Schlimmste verhindert. Von einer Instabilität des Finanzsystems ist keine Rede mehr. Das Vertrauen in den Euro ist zurückgekehrt. Eine von uns durchgeführte aktuelle Umfrage unter Vermögensmillionären zeigt, dass sich seit 2016 der Anteil der über die Zukunft des Euro Besorgten halbiert hat.

Weltweit synchrones wirtschaftliches Wachstum, stabile Wechselkurse und moderate Inflationsraten – die Volkswirtschaft scheint ein günstiges neues Gleichgewicht gefunden zu haben. Und doch zeigt die Eurobarometerumfrage, dass mehr als 40 % der Bürger der EZB misstrauen. Reale negative Zinsen für
Einleger könnten gerade im Land der Sparer, Deutschland, ein Grund dafür sein. Die Sorge vor einem »Platzen« von wahrgenommenen oder sich abzeichnenden Blasen in bestimmten Anlageklassen ist ein weiterer Faktor. Vor diesem Hintergrund wird auch die Forderung des Chefs der Bundesbank verständlich, zügig eine Normalisierung der Zinspolitik einzuläuten, damit die Zentralbank wieder Munition für die nächste Krise aufbauen kann. Die USA sind hier bereits weiter, sie haben mit dem sogenannten Quantitativen Easing allerdings auch rund drei Jahre vor der EZB begonnen!

In der Finanzwelt spricht man von dem Kampf zwischen Falken und Tauben, als den zwei Fraktionen in den Notenbanken. Diese Metapher symbolisiert das Dilemma: Soll ein radikal restriktiver geldpolitischer Kurs mit dem Risiko des »Abwürgens« der Konjunktur (»Falken«) oder ein moderat akkommodierender Kurs mit dem Risiko einer starken Inflation (»Tauben«) eingeschlagen werden? Wir glauben, dass zunächst der geldpolitische Kurs zwischen den USA und Europa divergent bleiben wird. Grund ist der zeitliche Versatz der unkonventionellen Maßnahmen. Damit gewinnt ein international aktives Rentenmanagement an Bedeutung. Wir haben gezeigt, dass für Investoren dennoch Renditen um die 2 % p. a. möglich sind, also oberhalb der derzeitigen Inflation im Euroraum. Und vielleicht ist weder der Falke noch die Taube das richtige Profil für die Notenbanker der Zukunft. Innovationskraft scheint gefragt: Restriktive Schritte mit Optionalität und kommunikativer Begleitung. Biologen haben die Krähe als denjenigen Vogel identifiziert, der an Innovationskraft den anderen überlegen ist und mit neuen Herausforderungen am geschicktesten umzugehen weiß. Vielleicht eine neue »Spezies« im bildhaften Vokabular der Finanzwelt.

Weder Falken noch Tauben sind gefragt – Casteller Kapitalmarktperspektiven Mai 2018

Casteller Kapitalmarktperspektiven Mai 2018

 

 

Strategie in Zeiten mit Getwitter

Marktkommentar April 2018

Strategie in Zeiten mit Getwitter

Dr. Achim Hammerschmitt – CFA, Leiter Vermögensverwaltung & Fondsmanagement der Fürstlich Castell’schen Bank

Die Berg- und Talfahrt geht weiter an den Aktien- und Anleihemärkten der Welt. Immer wieder wird sie befeuert von Twitter-Nachrichten des US-Präsidenten. Die schwindelerregende Rhetorik zwischen Russland und Trump ließ das Schlimmste befürchten. Mit dem nachfolgenden Militärschlag, der aber so ablief, dass eine Eskalation zwischen Russland und Trump unwahrscheinlich war, wurde dann doch weniger Porzellan zerschlagen als befürchtet. Wie ein Kollege meinte, müssen wir Portfoliomanager sogar dankbar sein, dass die Angriffe bei geschlossenen Börsen erfolgten und der Wertpapierhandel erst wieder einsetzte, als der Pulverrauch verzogen und das Ausmaß der Schäden sichtbar war. Ansonsten hätten viele Marktteilnehmer wieder zuerst verkauft und dann gefragt, was eigentlich passiert ist und die Aktienmärkte steil nach Süden geschickt. Für Trump hatten die Luftschläge gegen Assad nebenbei auch noch den Effekt, dass er in der Zustimmung der Amerikaner zu ihrem Präsidenten die höchsten Werte seit Amtseinführung erreicht hat. Wenn man aus Sicht von Herrn Trump Bilanz zieht, hat er sein Wahlversprechen, hart gegen Assad aufzutreten, wieder erfüllt, geht in klare Opposition zu Russland, was ihm in der Causa Wahlbeeinflussung durch Russland und Sonderermittlungen hilft, und verbessert seine Umfragewerte – und das alles, ohne die Kapitalmärkte in Panik zu versetzen. Abgänge und Entlassungen aus seiner Mannschaft, Durchsuchungen in der Kanzlei seines Anwalts und moralische Verfehlungen mit Pornostarlets sind vergessen. 3:0 für Trump!

Immerhin, unsere Thesen, dass Trump auf seine Militärs und die Kapitalmärkte, die Wall-Street, »hört«, scheinen sich auch mit den letzten Vorfällen weiter zu bestätigen. Solange diese Leitplanken wirken, werden die Aktienmärkte zwar mit Volatilität reagieren, aber nicht untergehen. Leider steckt im vorigen Satz das Wörtchen »solange«, was bedeutet, dass wir uns Gedanken machen müssen, welche Signale ein Ende der Wirksamkeit der Leitplanken frühzeitig anzeigen könnten?

Während die geopolitischen Auseinandersetzungen mit Russland, aber vor allem mit China, langfristig bestehen bleiben werden und Eskalationspfade mit den historischen Erfahrungen des kalten Krieges eher auf Stellvertreterkriege hindeuten als auf direkte Konfrontationen, gibt es im Bereich der Handelsauseinandersetzungen bzw. eines Handelskrieges mehr Grautöne, die es uns schwerer machen, ein Überschreiten einer roten Linie klar zu benennen.

Verschlimmern würde sich insbesondere der Handelskonflikt mit China, den wir als den wirklich relevanten Problemfall ansehen, wenn die angekündigten Zölle aufgrund der Urheberrechtsverstöße effektiv wirksam oder sogar ausgeweitet würden. Bisher hat uns die schnelle und relativ aggressive Antwort der Chinesen überrascht, es bleibt aber noch durchaus Zeit, die Kuh vom Eis zu ziehen, bevor sie echten Schaden anrichten kann. Wirklich kritisch würde es, wenn eine der beiden Seiten den von der WTO bei Handelskonflikten vorgegebenen Pfad verlassen würde.

Bisher erfolgten alle von beiden Seiten angekündigten Maßnahmen noch in Übereinstimmung mit den WTO-Regeln. Andererseits wäre ein Eintreten in Verhandlungen und die Benennung und Klärung von Hauptkonfliktlinien ein Zeichen dafür, dass man in einen geregelten Prozess eingeschwenkt ist, der die Angst vor Instabilitäten bei den Marktteilnehmern senkt.

Am stärksten würde wohl eine innenpolitische Entwicklung helfen, bei der die Republikaner, deren politische Basis durch die chinesischen Zölle gezielt leiden würde, per Gesetzesinitiativen im Kongress gezielt darauf hinarbeiten, dass Trump in dieser Frage nicht mehr tun kann, was er will und andere, moderate Wege eingeschlagen werden können. Bei der Fragmentierung und Radikalisierung der Republikaner ist dies allerdings leider nicht zu erwarten.

Gleichzeitig sehen wir für 2018 deutlich gestiegene Gewinnerwartungen der Unternehmen rund um den Globus. Wir beobachten starkes Wachstum, das in einigen Fällen, wie den USA, zunimmt oder bei dem wir in Europa wohl schon das Maximum gesehen haben. Und das bei gleichzeitig um circa 10 % gefallenen Kursen. Hier bildet sich eine Diskrepanz zwischen Kursentwicklung bei Aktien und den Gewinnerwartungen heraus, die, falls die Unternehmen diese Gewinne auch vereinnahmen können, auf Sicht der nächsten 12-18 Monate durchaus 20 % Kurspotential erhoffen lassen. Wir wissen aber auch, dass die Gewinnerwartungen nicht mehr das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden, wenn die Welt in einen Handelskrieg taumelt oder wir einen großen militärischen Konflikt sehen. Bisher ist das nur unser Risikoszenario, wir müssen aber konstatieren, dass dessen Wahrscheinlichkeit in den letzten 8 Wochen zugenommen hat.

Folgerichtig haben wir seit Anfang Februar »sichere Hafen«-Investments wie Gold, amerikanische und sichere europäische Staatsanleihen aufgebaut und damit unsere Zinssensitivität deutlich erhöht. Sollte sich der Markt aber, wie im April so häufig, noch deutlich freundlicher zeigen, werden wir diese Zinssensitivität auch wieder ebenso deutlich senken. Wir werden auch in den kommenden Monaten an diesen Gegengewichten zu unseren Aktienpositionen, die, wie oben beschrieben, durchaus großes Potential haben, festhalten. Unser Kurs für die nächsten Monate ist gesetzt: Wir glauben an die Chancen der Aktien, verlieren aber die großen Probleme nicht aus den Augen und halten an unseren Gegengewichten fest. Wenn unser Risikoszenario aber eintritt, werden wir einem Kursverfall der Märkte nicht untätig zusehen, sondern entsprechend unseres Ansatzes unsere Risikobudgets verteidigen und weiter in »sichere Häfen« umschichten.

Zwei Wünsche an Ricardo reloaded

Standpunkt April 2018

Zwei Wünsche an Ricardo reloaded

Dr. Sebastian Klein – Vorsitzender des Vorstands der Fürstlich Castell’schen Bank

Manchmal muss man sich schon wundern, wenn man die Schlagzeilen der Tagespresse verfolgt. Globalisierung und Digitalisierung schreiten unaufhaltsam voran: Die globale (Waren-)Welt ist mit unseren Fingerspitzen erreichbar. Wir erleben eine Diskussion um Schutzzölle und mögliche Handelskriege. Und schon fühlen wir uns in die Zeit des Merkantilismus zurückversetzt.

Ad fontes – manchmal hilft es zu den Ursprüngen zurückzugehen. Im Fall der internationalen Handelsbeziehung heißt das bis ins späte 18. Jahrhundert. David Ricardo hat danach mit seiner Theorie der Kostenvorteile den methodisch-ökonomischen Rahmen für den freien Handel zwischen Ländern gelegt. Er konnte zeigen, dass internationale Handelsbeziehungen zu mehr Wohlstand für die beteiligten Länder führen als eine geschlossene, das heißt durch Zölle oder sonstige auch nichttarifäre Handelshemmnisse abgeschottete Volkswirtschaft. Kern seiner Argumentation sind die Spezialisierungsvorteile. Diese greifen selbst für den Fall, dass ein Land alle Güterund Dienstleistungen günstiger produzieren kann als die übrigen Länder. Sogar in dieser Konstellation sollten sich die einzelnen Länder auf die Herstellung derjenigen Produkte konzentrieren, bei denen sie die geringsten komparativen Kostennachteile haben und alle anderen Güter im Wege des freien, internationalen Handels importieren. So werde der Wohlstand für alle Länder maximiert.

Folgt man dem grundsätzlichen Gedanken von Ricardo, dann müsste man der Androhung des US-amerikanischen Präsidenten über die Erhöhung von Zöllen nicht mit Gegendrohungen begegnen. In diesem Fall können dann alle nur verlieren: Spezialisierungsgewinne schwinden, eigentlich nicht wettbewerbsfähige Industrien in einzelnen Ländern werden »künstlich« am Leben gehalten, notwendiger Strukturwandel unterbleibt, der Wohlstand aller Länder sinkt.

Um diesen Nachteilen zu begegnen, sollten vielmehr konstruktive Verhandlungen, zum Beispiel zwischen den USA und der EU, über den Abbau von Handelshemmnissen aufgenommen werden. TTIP lässt grüßen. Und vielleicht sind ja die Drohungen des »transatlantischen Dealmakers« als verhandlungstaktisches Anchoring zu verstehen.

Unsicherheit beschäftigt Vermögende nachhaltig bei der Geldanlage

In einer explorativen Studie zur Vermögensanlage, durchgeführt durch Kantar Added Value, zeigt sich aktuell, dass zwei Drittel der befragten Vermögenden eine zunehmende Dynamik an den Finanzmärkten verspüren. Im Zeitraum vom 19. März bis 3. April 2018 wurden 63 High-Net-Worth-Individuals (HNWI) mit einem Nettoeinkommen von mehr als 150.000 Euro pro Jahr und einem liquiden Vermögen von mehr als 1 Million Euro befragt. Die ganz aktuellen Ergebnisse zeigen, dass das Auseinanderbrechen der Eurozone und das Niedrigzinsumfeld nur noch 19 bzw. 14 Prozent der Befragten Sorge bereiten, die entsprechenden Werte lagen 2016 noch etwa doppelt so hoch. „Die Euro-Rettungspolitik der EZB scheint verstanden worden zu sein, die Vermögenden haben ihre Asset Allokation wohl angepasst. Eine Konsequenz, die nach neusten Erkenntnissen der Bundesbank auch in der Breite angekommen zu sein scheint“, so Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank.

Vielmehr Sorgen bereiten aktuell der Brexit und die wirtschaftlichen Pläne der Großen Koalition in Deutschland. 59 Prozent stehen dem Brexit negativ gegenüber (11 Prozentpunkte mehr als noch 2016). Allerdings werden starke oder sehr starke Kapitalmarktkonsequenzen nur noch von knapp 60 Prozent der Befragten erwartet, immerhin fast 20 Prozentpunkte weniger als noch 2016. Auch bezüglich der neuen Regierung in Deutschland besteht Unsicherheit, lediglich 21 Prozent sehen deren Pläne als positiv an, 79 Prozent betrachten diese negativ oder neutral. „ Für Vermögende spielt die politische Sphäre eine große Rolle. Sie betrachten deren wirtschaftliche Auswirkungen ganz genau. Eine deutlichere wirtschaftspolitische Positionierung der neuen Regierung scheint angezeigt. Hier kann der neue Wirtschaftsminister einen bedeutenden Raum füllen“, so Dr. Sebastian Klein.

Schwankungen der Aktienmärkte haben Auswirkungen auf Zinspolitik

Schwankungen der Aktienmärkte haben Auswirkungen auf Zinspolitik

Seit Anfang des Jahres sind die weltweiten Aktienmärkte starken Schwankungen ausgesetzt. In Europa bestimmten die Regierungsbildung in Deutschland und die Wahlen in Italien die Indizes. Zusätzlich wurden die Märkte noch durch die Eskalation zwischen Großbritannien und Russland wegen des Giftgasattentats auf den ehemaligen Doppelagenten Skripal belastet. Gleichzeitig erscheint ein Handelskrieg zwischen den USA und China möglich. Die geopolitischen Risiken um Syrien sind ein ständiger Unruheherd. Der DAX hat gegenüber seiner Spitze in diesem Jahr teilweise mehr als 13 % verloren und schwankt mittlerweile um die Marke von 12.000 Punkten. Momentan kann eine weitere volatile Börse in den USA nicht ausgeschlossen werden. Selbst eine kurzfristig starke Erholungsbewegung muss noch keine Trendumkehr begründen. Davon werden sich auch die europäischen Aktienmärkte nicht abkoppeln können.

„Die Friktionen an den Aktienmärkten werden, trotz weltweit guter Wachstumsprognosen, auch Auswirkungen auf die Zinspolitik der Notenbanken haben können. Die FED wird sich überlegen, welchen Weg sie einschlägt und ob und wie viele moderate Zinserhöhungen in diesem Jahr klug sind. Auch die EZB wird ihre defensive Zinspolitik wahrscheinlich fortführen. Die USA und Italien sind von steigenden Zinsen besonders betroffen. Italien muss im Jahr 2019 rund zwölf Prozent auslaufende Staatsanleihen prolongieren. Die USA müssen immerhin noch fast zehn Prozent refinanzieren“, so Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank.

Nach Einschätzung der Fürstlich Castell’schen Bank sehen die Defizite bei Ländern wie Italien recht günstig aus. Das liegt aber an der starken Konjunktur, die aber durchaus durch die stark schwankenden Kapitalmärkte und die Unsicherheit der Investoren einen Dämpfer erhalten kann. Dr. Sebastian Klein: „Wenn die Konjunktur einbricht und gleichzeitig die Zinsen durch die EZB erhöht werden, wird es für Italien nicht einfach werden sich zu refinanzieren. Es zeigt sich, warum das umsichtige Management von Risiken, gerade in diesen Zeiten, in der Vermögensverwaltung der Fürstlich Castell’schen Bank höchste Priorität hat.“

Weitere Informationen zu den Vermögensverwaltenden Fonds der Fürstlich Castell’schen Bank finden Sie unter www.castell-bank.de.

Fürstlich Castell’sche Bank,
Credit-Casse AG
Sascha Gründl
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 0931 3083-65300
sascha.gruendl@castell-bank.de
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DISCLAIMER
Dieses Dokument stellt weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren der Fürstlich Castell’schen Bank dar. Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Fürstlich Castell’schen Bank findet nicht statt und ist auch nicht beabsichtigt. Dieses Dokument und die darin enthaltenen Infor-mationen dürfen nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien, Japan oder anderen Jurisdiktionen, in denen ein solches Angebot bzw. eine solche Aufforderung nicht erlaubt ist, verbreitet werden. Dieses Dokument stellt kein Angebot zum Verkauf von Wertpapieren in den USA dar. Wertpapiere dürfen in den USA oder an oder auf Rechnung bzw. zugunsten von US-Personen (wie in Regulation S des U.S. Securities Act von 1933 in der derzeit gültigen Fassung (der „Securities Act“) definiert) nur nach vorheriger Registrierung nach den Vorschriften des Securities Act oder aufgrund einer Ausnahmeregelung von der Registrierungspflicht verkauft oder zum Kauf angeboten werden. Weder die Fürstlich Castell’sche Bank noch sonst eine Person beabsichtigt, Wertpapiere der Fürstlich Castell’schen Bank in den USA zu registrieren oder ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Fürstlich Castell’schen Bank in den USA durchzuführen.
Die Fürstlich Castell’sche Bank, Credit-Casse AG. 1774 gegründet, ist sie die älteste Bank Bayerns und in den Geschäftsfeldern Vermögensanlage bundesweit und im Firmenkundengeschäft regional tätig. Sie ist an 15 Standorten in Franken sowie Heilbronn, Mannheim, München und Ulm mit Filialen und Niederlassungen präsent. Seit der Gründung befindet sich die Bank zu jeweils 50 % im Alleinbesitz der Fürstenhäuser Castell-Castell und Castell-Rüdenhausen.

ZerTRUMPelt die Weltpolitik die Märkte?

Marktkommentar – März 2018

Dr. Achim Hammerschmitt – CFA, Leiter Vermögensverwaltung & Fondsmanagement der Fürstlich Castell’schen Bank

In den letzten Wochen und Monaten kristallisierte sich ein Bereich der Politik heraus, den wir alle nicht auf den Titelseiten der Zeitungen anzutreffen hofften – Der Protektionismus. Das Gespenst eines globalen Handelskrieges verängstigt derzeit die Anleger und die Aktienmärkte der Welt. In Gesprächen mit Kunden und Kollegen werden angesichts des gefühlt verantwortungslosen Charakters des US-Präsidenten gar Extremszenarien bis hin zum Atomkrieg zwischen Nordkorea und den USA befürchtet. Wir als Vermögensverwalter machen uns Sorgen, ob wir eine Wiederholung der Geschichte aus dem Jahr 2002 erleben werden, als George W. Bush Zölle auf Stahl eingeführt hat und der US-Aktienmarkt knapp 30 % in die Knie ging, der Dollar schwächelte und die USStaatsanleihen haussierten. Daher beschäftigt uns die Frage, ob es tatsächlich zu einem vollen Handelskrieg kommen kann oder sogar muss? Nicht erst seit dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 wissen wir, dass protektionistische Gedanken insbesondere in der Wählerschaft der Republikaner sehr populär sind. So hielten im Wahljahr 2016 nach einer Umfrage der New York Times nur 30 % der Anhänger der Republikaner freien Handel für gut, während bei den Demokraten ca. 2/3 Freihandel befürworteten. Trump nahm diese Stimmung auf, die es ihm erlaubte zuerst das Rennen um die Kandidatur zu gewinnen und dann ins Weiße Haus einzuziehen und ist nun dabei seine Wahlversprechen umzusetzen.

Hauptziel war und ist dabei immer China, deren nonchalanter Umgang mit Design- und Markenrechten weltbekannt und weithin kritisiert ist und deren Rolle als Werkbank der Welt dafür sorgte, dass Produktion aus entwickelten Ländern wie USA und Europa nach China und Asien verlagert wurde. Mit ihrem riesigen Handelsdefizit sind die vereinigten Staaten ein großer und lukrativer Markt. Man kann den Amerikanern daher eine gewisse Macht bei der Findung der Preise für ein Gut zuschreiben; wir sprechen von einem »Price-Maker«. Eine alte Theorie aus dem 19. Jahrhundert des Ökonomen Robert Torrens zeigt, dass der Marktteilnehmer mit der Preisfindungsmacht von einer Erhöhung der Zölle sogar profitiert. Aus rationaler Sicht macht für die USA daher eine Handelsauseinandersetzung vielleicht durchaus Sinn, ein Handelskrieg jedoch definitiv nicht. Es ist folglich besonders wichtig, auch für Trump, weitere Runden von Zöllen und Gegenzöllen zu vermeiden. Hier geht es plötzlich um Psychologie. Trump ist dafür bekannt, dass er in seiner Wirtschaftskarriere Gegner in den Bankrott getrieben hat, auch wenn dies für ihn Verluste bedeutet hat. Genau damit droht er in seinen Tweets gegen die deutsche Autoindustrie. In seiner auf Einschüchterung basierenden Strategie ist es aber durchaus nützlich als rücksichtslos und verrückt zu gelten. Und wenn wir ehrlich sind, befürchten wir alle genau dieses Verhalten. Genau dies ist von ihm beabsichtigt! Was würde Trump bremsen?

Die Antwort ist recht klar: der Aktienmarkt und das Pentagon. Trump brüstet sich seit Beginn seiner Präsidentschaft mit den haussierenden Aktienkursen. Als der Markt bei seiner Ankündigung der Zölle verschnupft reagierte, kam es sofort zu ersten vorläufigen Ausnahmen für Kanada und Mexiko. Auch das Pentagon intervenierte hinter verschlossenen Türen mit dem Hinweis, dass es keine gute Idee sei, Handelskriege mit Verbündeten anzufachen. Es gibt also Hoffnung, dass sich hinter dem scheinbar irrationalen Gehabe des Präsidenten genügend ökonomischer Sachverstand befindet, der diese Aktion lenkt. Die Abgänge von Wirtschaftsexperten wie Cohn oder Tillerson aus dem Team Trump sprechen aber leider eine andere Sprache und befördern die Zuspitzung der Regierung auf eine Person, Trump.

Und so müssen wir unsere Portfolien Schritt für Schritt wetterfester machen, doch noch ohne die Chancen, die Aktien bieten, zu ignorieren. Wir haben in den letzte Wochen unsere Staatsanleihenquote aufgestockt und werden diesen Weg, Sicherheiten im Portfolio zu stärken, fortsetzen, sollte sich die Eskalationsspirale im Handelskonflikt weiterdrehen. Bleibt es bei einem ausgeprägten Säbelrasseln, haben wir mit unserer derzeit erhöhten Kassehaltung aber auch noch genügend Munition, um in höher rentierliche Papiere auf der Rentenseite oder in interessante Aktien und Märkte zu investieren. Denn abgesehen von Politik und Trump geben das globale Wachstumsbild und die Profitabilität der Unternehmen in Europa und der Welt klaren Anlass zur Freude.

Wir rechnen noch immer eher damit, dass auch in der Handelsauseinandersetzung »USA gegen den Rest der Welt« nichts so heiß gegessen wie gekocht wird. Da aber bei Einschätzungen einzelner Personen mehr Fehler gemacht werden als bei Einschätzungen von Teams, ist ein substantielleres Restrisiko gegeben als noch vor den letzten Abgängen in der US-Regierung. Wenn es also anders kommt, als wir erwarten, werden wir einem weiteren Kursverfall nicht zusehen, sondern entsprechend unseres Ansatzes unsere Risikobudgets verteidigen.

ZerTRUMPelt die Weltpolitik die Märkte?

Marktkommentar März 2018

 

 

Von der Faszination des Individuellen

Standpunkt März 2018

Von der Faszination des Individuellen

Dr. Sebastian Klein – Vorsitzender des Vorstands der Fürstlich Castell’schen Bank

Individualismus ist in unserer freiheitlich demokratischen Ordnung ein grundsätzlich positiv besetzter Begriff. Solange die Rechte der anderen nicht beeinträchtigt werden, soll die freie Entfaltung des Individuums ermöglicht und gefördert werden.

Kein Wunder, dass sich auch die Konsumwelt diese positive Konnotation des »Individuellen« zu Nutze macht. Gerade im Luxusgütersegment gilt die individuelle Maßfertigung oder die Individualisierung von Produkten durch Monogramme, individuelle Farb- und Materialauswal als das »non plus ultra« und wird in der Marketing-Sprache als das »segment of one« bezeichnet.

Auch in der Betreuung von Vermögen ist die individuelle Beratung unerlässlich. Gerade für eine Privatbank, wie die unsere, stellt dies einen wesentlichen Teil unserer »DNA« dar und ist seit jeher fester Bestandteil unseres Selbstverständnisses und Markenkerns.

Aber heißt das auch, dass jedes Portfolio sich deutlich von anderen Portfolien unterscheiden sollte? Eine Antwort hierauf liefern Harry Markowitz, der wissenschaftliche »Vater« der modernen Portfolio-Theorie und seine Epigonen. Sie konnten zeigen, dass eine unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten optimale Anlage aus einem möglichst breit gestreuten Wertpapierportfolio und einer sicheren liquiden Anlage besteht. Das Wertpapierportfolio, das sogenannte Marktportfolio, ist dabei für alle Anleger gleich. Der Individualität der Anleger wird dennoch Rechnung getragen. So bestimmen individuelle Ziele, Wünsche, Vermögensdispositionen und Risikoneigungen die optimale Verteilung des investierten Geldes zwischen der sicheren Anlage und dem Marktportfolio.

Diese Grunderkenntnis haben wir in unserer Vermögensverwaltung um die Erkenntnisse der modernen Risikotheorie und der Behavioral Finance erweitert. In unserem Risikobudget, hochindividuell für jeden Kunden zu ermitteln, kommt dies zum Ausdruck. Diese Ermittlung braucht Gründlichkeit, Zeit und Erfahrung, alles Eigenschaften, die unsere Kundenberater für ihre Kunden mitbringen. Hierin kommt die Individualität oder »Maßschneiderei« einer typischen Privatbank zum Ausdruck. Dass sich dies nicht notwendigerweise in einem individuellen Portfolio zeigen muss, mag folgendes Beispiel verdeutlichen.

Wenn wir – wie derzeit – eine Übergewichtung europäischer Aktien für richtig erachten, dann ist diese Einschätzung im Sinne des Marktportfolios von Markowitz unteilbar. Dann bedarf es schon einer besonderen Begründung, warum die vermeintliche Individualität sich etwa in einer Übergewichtung von US-Aktien ausdrücken sollte. Der Anteil des Vermögens jedoch, der überhaupt risikobehaftet in Aktien angelegt werden sollte, der ist wiederum hochspezifisch und kundenindividuell bestimmbar.

Faszination der Individualität und Erkenntnisse der modernen Portfoliotheorie müssen in Kombination gesehen werden. Soviel Individualität wie möglich bei einer Festlegung des Risikobudgets, so wenig Individualität wie nötig bei der handwerklich sauberen Portfoliokonstruktion.

Das ist eine zeitgemäße Interpretation der Vermögensverwaltung, die Sie von uns als Ihrer Privatbank erwarten können.

 

Europäische Kapitalmärkte werden von stabiler deutscher Regierung profitieren

Europäische Kapitalmärkte werden von stabiler deutscher Regierung profitieren

Italien unter Beobachtung

Wochenlang haben die europäischen Kapitalmärkte auf die Entscheidung der SPD-Mitglieder gewartet. Fast 2/3 der sich an der Abstimmung für einen Regierungseintritt beteiligenden Mitglieder wünschen sich eine Große Koalition. „Das wird mittelfristig für Ruhe in den in den letzten Wochen nervösen europäischen Kapitalmärkten sorgen, wenn Deutschland, die wirtschaftliche Lokomotive Europas, über eine stabile berechenbare Regierung verfügt. Damit bestätigt sich die regionale Übergewichtung Europas in unserer Vermögensverwaltung. Die neue Regierung wird die Partnerschaft mit Frankreich und den Euro gegen globale Krisen stärken“, meint Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank.

Die Wahl in der viertgrößten europäischen Volkswirtschaft Italien wird keine eindeutigen Ergebnisse gebracht haben. Die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung hat keine Mehrheit erhalten. Klare Verlierer sind wohl die bisher regierenden Sozialdemokraten. Das Mitte-Rechts-Bündnis um Silvio Berlusconi wird wohl eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung spielen. Innerhalb des Bündnisses hat die ausländerfeindliche Lega die stärksten Zugewinne verzeichnen können. Dr. Sebastian Klein: „Für die Kapitalmärkte ist es enorm wichtig, dass in Italien möglichst schnell eine tragfähige pro-europäische Regierung gebildet wird. Italiens Wirtschaft kann nur in der Europäischen Familie gesunden. Viele Banken leiden immer noch unter den Auswirkungen der Finanzkrise von vor 10 Jahren und sind nicht in der Lage, die mittelständig geprägte Wirtschaft zu unterstützen. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit ist auch ein Problem, welches gemeinsam mit Europa und nicht separatistisch gelöst werden muss.“

Fürstlich Castell’sche Bank,
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Die Fürstlich Castell’sche Bank, Credit-Casse AG. 1774 gegründet, ist sie die älteste Bank Bayerns und in den Geschäftsfeldern Vermögensanlage bundesweit und im Firmenkundengeschäft regional tätig. Sie ist an 15 Standorten in Franken sowie Heilbronn, Mannheim, München und Ulm mit Filialen und Niederlassungen präsent. Seit der Gründung befindet sich die Bank zu jeweils 50 % im Alleinbesitz der Fürstenhäuser Castell-Castell und Castell-Rüdenhausen.