Castell-Bank baut NASDAQ und Renten leicht aus

Würzburg, 8. April 2019
Presse-Information

Die Fürstlich Castell’sche Bank legt mehr Geld in NASDAQ- und europäische Renten-Papiere an, um von einer positiven Entwicklung der Handelsgespräche profitieren zu können und zeitgleich Sicherheit aufzubauen.

„Wir sind milde optimistisch, dass es bei den Handelsgesprächen zu einer Einigung kommt. Präsident Trump ist wieder im Wahlkampfmodus und braucht einen Deal, um seine Chance auf eine Wiederwahl zu erhöhen,“ sagt Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank. „Der NASDAQ ist attraktiver als die im S&P repräsentierte „old economy“ der US-Wirtschaft. Einerseits sind die Gewinnerwartungen nicht so stark zurückgegangen und andererseits könnten Tech-Unternehmen auch mittel- und langfristig angesichts der Digitalisierung eine viel größere Bedeutung bekommen.“

„Die Rentenmärkte haben im ersten Quartal komplett gedreht und die europäischen Staatsanleihen könnten durchaus nochmal die jüngsten Tiefstände von minus 20 Basis-punkten testen,“ erklärt Klein. „Somit sind sie attraktiv und auch ein gutes Absicherungs-instrument, falls es doch zu keiner Einigung käme.“

In Europa beherrscht das Thema Brexit weiterhin das Geschehen. „Es ist davon auszugehen, dass die Europäer die Briten nicht ohne Deal aus der EU crashen lassen, denn die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Kontinent könnten verheerend sein,“ so Klein.

Europäische Aktien könnten im zweiten Halbjahr an Attraktivität gewinnen – vor allem britische, wenn das politische Risiko mit einen Exit-Deal verschwunden ist. Oder es gar zu einem Verbleib der Briten in der EU käme.

Weitere Informationen zu den Vermögensverwaltenden Fonds der Fürstlich Castell’schen Bank finden Sie unter www.castell-bank.de.

Fürstlich Castell’sche Bank,
Credit-Casse AG
Sascha Gründl
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon 0931 3083-65300
sascha.gruendl@castell-bank.de
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Investment Komitee Summary – April 2019

Aktienmärkte halten sich stabil angesichts der Unsicherheiten

Die Aktienmärkte haben die Korrektur des Jahresendes 2018 wettgemacht und sind fair bewertet. Unterstützung kam von mehreren Fronten: der weltweite Rückgang der Zinsen und die Absenz von schlechten Nachrichten haben den Märkten geholfen. Weiterhin antizipieren die Märkte eine Einigung im Handelsstreit und trotz der unübersichtlichen Gemengelage in Großbritannien preisen die Märkte keinen harten Brexit ein. Wir sind leicht optimistisch, dass beide Annahmen eintreffen werden und haben auf Grundlage dieser Annahmen folgende Entscheidungen getroffen.

Executive Summary:

  • Wir reduzieren unseren Bestand im Bereich der Nachränge, da diese nur nach einer Krise attraktiv sind.
  • Mit diesen Erlösen und dem Restbestand an Barmitteln erhöhen wir unsere Gewichtung am NASDAQ und bauen zeitgleich die Sicherheit via europäische Staatsanleihen aus.
  • Wir behalten unsere High Yield-, Emerging Markets- und Asia Pacific-Aktien-Gewichtung bei.
  • Wir beobachten Europa, besonders Großbritannien im Falle eines Deals

Makroökonomische Gemengelage bleibt spannend

Entgegen den Erwartungen gibt es auch Anfang April keine Visibilität wie der US – China Handelsstreit ausgehen wird. Während es von den Unterhändlern immer wieder positive Signale gibt, kommen aus Washington teilweise recht „falkenhafte“ Kommentare vor allem von Larry Kudlow, dem höchstrangigen Wirtschaftsberater von Präsident Trump. Je länger sich diese Hängepartie hinzieht, desto höher ist das Risiko einer weltweiten Rezession. Ideal wäre eine baldige Einigung. Auch beim Brexit ist der Ausgang noch ungeklärt, allerdings scheint es sehr unwahrscheinlich, dass die Europäer die Briten ohne Deal aus der EU „fallen“ lassen werden. Zu groß wären die negativen Auswirkungen auf die Volkswirtschaften des Kontinents. So kann man von einer weiteren Verlängerung auch dieser Hängepartie ausgehen. Wir gehen in Europa von einer Erholung des Wachstums im zweiten Halbjahr aus.

Aktienbewertungen – fair bewertet mit ein bisschen Potential

Die Kursentwicklungen des ersten Quartals haben den Einbruch des Jahresendes wieder wettgemacht. Europäische Aktien sind in unseren Augen fair bewertet, US-amerikanische Titel sogar ein bisschen „teurer“. Dennoch sehen wir kurzfristig und eventuell sogar strukturell mehr Attraktivität im NASDAQ. Einerseits sind die Gewinnerwartungen im Tech-Sektor weniger eingebrochen und andererseits stellt sich auch die grundlegende Frage, welche Rolle die Unternehmen des NASDAQ in einer immer mehr digitalisierten Welt spielen. Wir glauben, dass beim NASDAQ noch Potential zu heben ist, gerade vor dem Hintergrund einer Mitte April beginnenden Berichtssaison in den USA. Europäische Aktien hinken hinterher: Es könnte aber ein Revival im zweiten Halbjahr geben – vor allem in Großbritannien, wenn sich die politische Situation gelöst hat.

Rentenmärkte und die FED

Die Rentenmärkte haben im ersten Quartal eine fundamentale Kehrtwende hingelegt. Die Märkte preisen in den USA keine Zinserhöhungen mehr ein und gehen sogar von einer ersten Zinssenkung im Dezember dieses Jahres aus. In Europa sieht man das gleiche Bild.

Europäische Staatsanleihen könnten angesichts der konjunkturellen Aussichten durchaus in den nächsten Wochen die Niedrigststände um Minus 20 Basispunkte testen. Es gibt unserer Meinung nach Potential in diesem Bereich. Wenn unser Weltbild sich im zweiten Halbjahr materialisiert, dann können die Durationen wieder abgebaut werden.

China doch nicht am Abgrund

Entgegen vieler Erwartungen hält sich die chinesische Wirtschaft recht robust. Die Einkaufsmanagerindizes – sowohl der staatliche als auch der von Unternehmen – waren besser als erwartet. Der Handel stagniert nur und ist nicht im freien Fall und auch andere Teile der Wirtschaft, wie der Immobiliensektor und der Energieverbrauch, lassen keinen Grund zur Sorge zu. China agiert trotz der anhaltenden Stimmungsschwankungen zwischen den USA und der eigenen Regierung recht vernünftig: so scheint es, als ob eine Währungsabwertung wirklich nur als letzte Waffe im Falle eines Scheiterns der Gespräche in Frage käme. Falls es dazu kommen sollte, hat die chinesische Regierung auch noch Munition übrig: So könnte die Wirtschaft beispielsweise durch Zinssenkungen weiter stimuliert werden.

Ausblick auf strukturelle Themen

Abseits von den immanent anstehenden Themen werden Aktienmärkte auch von langfristigen Trends getrieben. In diesem Zusammenhang lohnt es ich darüber nachzudenken, ob die zunehmende Digitalisierung eventuell so etwas wie eine industrielle Revolution bedeutet und ganz andere Sektoren in Zukunft die Bluechips der Welt sein werden. Die USA haben ganz klar die Nase vorne bei Tech-Unternehmen und das könnte auch ein Grund sein, warum dort die Aktienmärkte deutlich besser gelaufen sind seit der Finanzkrise.

Investment Komitee Summary – März 2019

Die Trumpsche Handelspolitik hat der Weltwirtschaft deutlich geschadet

Schneller und deutlicher als vorher angenommen sind die Auswirkungen der Trumpschen Handelspolitik zu erkennen: Das Wachstumsbild hat Dellen und Blessuren bekommen. Alles steht und fällt nun mit einer Einigung oder dem Scheitern der Gespräche zwischen Trump und Xi-Jinping. Rational gesehen habe beide Parteien ein starkes Interesse sich zu einigen. Das vergangene Jahr hat allerdings gezeigt, dass in der heutigen Zeit nicht notwendigerweise die Rationalität die Oberhand behält. Vor diesem Hintergrund hat das Investment Komitee der Fürstlich Castell’schen Bank folgende Entscheidungen getroffen.

Executive Summary:

  • Ausbau der Rohstoffquote, um früh von einer Stabilisierung der Wirtschaft zu profitieren
  • Ausbau der Durationen bei Europäischen Staatsanleihen auf 5 bis 6 Jahre, um von einer taubenhafteren EZB zu profitieren
  • Beibehaltung der China- und US-Aktienpositionen

Wirtschaft mit erheblichen Bremsspuren – dennoch Erholung möglich

Das Wachstumsbild hat erhebliche Dellen und Blessuren erlitten und die Anfälligkeiten sind merklich gestiegen. Die Einkaufsmanagerindizes spiegeln diese Entwicklung wider: zwar hat sich der weltweite Durchschnitt der „PMIs“ stabilisiert, doch befinden sich 16 Länder in Kontraktion.

Angesichts der Unsicherheit über die Zukunft des Freihandels halten sich viele Konzerne mit Investitionen zurück, was sich natürlich auch in den Exportzahlen widerspiegelt. Eine Einigung im Handelsstreit könnte dennoch für eine Belebung der Wirtschaft im zweiten Quartal führen – ein Scheitern allerdings hätte unweigerlich eine deutliche Verschlechterung, eventuell sogar eine Rezession, zur Folge. Beide Akteure haben großes Interesse an einer Lösung und der Beilegung der Streitigkeiten: Allerdings hat die Vergangenheit auch gezeigt, dass US-Präsident Trump nicht notwendigerweise rational agiert. Wir gehen im Grunde von einer Einigung aus, aber es besteht dennoch ein nicht zu ignorierendes Risiko, dass beide Parteien den Verhandlungstisch ohne Einigung verlassen.

Rohstoffmärkte im Blick

Unter der Annahme, dass es zu einer Einigung kommt, sind wir der Meinung, dass Rohstoffe momentan eine attraktive Asset-Klasse sind. Rohstoffe profitieren sehr früh von einer Verbesserung der konjunkturellen Lage. Schon allein die Ankündigung von mehr fiskalpolitischen Maßnahmen der chinesischen Regierung hat einzelne Industriemetalle beflügelt. China dürfte überproportional von einer Einigung im Handelsstreit profitieren und damit auch deutlich die Rohstoffmärkte beleben.

EZB – Tauben obsiegen

Die Europäische Zentralbank hat ihre Wachstums- und Inflationserwartungen nun deutlich nach unten korrigiert und trägt damit der unverkennbar eingetrübten Konjunktur Rechnung. Wir denken, dass eine „taubenhaftere“ EZB auch noch Potential am Rentenmarkt birgt und verlängern unsere Duration im europäischen Rentenbereich. Die Erwartungen einer ersten Zinserhöhung sind weit in die Zukunft gerückt – momentan geht der Markt von Mitte 2020 aus und die Diskussion zentriert sich aktuell eher wieder um weitere „Unterstützungsmaßnahmen“ wie neue günstige Kredite für die Banken, kurz TLTROs. Nicht zuletzt will Mario Draghi wohl in den letzten Monaten seiner Präsidentschaft keinen „policy mistake“ machen und bleibt sich als Taube weiter treu. Auch in den USA hat die Notenbank FED den Zinsfantasien eine deutliche Absage erteilt – die Märkte gehen sogar von keiner weiteren Erhöhung im Laufe dieses Jahres aus. Es könnte sogar sein, dass die FED ein Überschießen der Inflationserwartungen in Kauf nimmt, um der Wirtschaft nicht zu schaden. Im Gegensatz zur EZB hat die FED ja ein duales Mandat – ihr geht es nicht nur um  Inflation sondern auch ums Wirtschaftswachstum.

Aktienmärkte noch Potential?

Im Falle einer Einigung im Handelsstreit könnten es an den Märkten nochmal sprunghaft bergauf gehen. Wir erwarten aber bis dahin eher eine Seitwärtsbewegung und bleiben deswegen bei unserer leichten Aktienübergewichtung. Auf die einzelnen Märkte runtergebrochen sehen wir weiter mehr Potential in den USA – insbesondere beim Nasdaq – und in Asien. Europa empfinden wir weiterhin als weniger attraktiv.

Castell-Bank baut Rohstoffquote aus

Würzburg, 7. März 2019
Presse-Information

Die Fürstlich Castell’sche Bank baut die Rohstoffquote aus, um von einer im Laufe des Jahres zu erwartenden konjunkturellen Erholung zu profitieren. Die wirtschaftliche Abkühlung dürfte − falls es nicht zu weiteren Schocks wie durch ein Scheitern der Verhandlung zwischen den USA und China kommen sollte − sich abschwächen und ab dem zweiten Quartal könnte es wieder bergauf gehen.

„Die konjunkturelle Entwicklung wird im Grunde von zwei Seiten unterstützt: einerseits haben die Notenbanken dieser Welt ihre Politik wieder auf „Unterstützung“ umgestellt und andererseits wird es wohl auch wieder fiskalpolitische Stimuli geben, sowohl in China als auch in Europa und in den USA,“ sagt Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank. „Um von einer frühen Erholung der Wirtschaft zu profitieren erhöhen wir die Rohstoffquote.“

„Rohstoffe reagieren zumeist früher als andere Asset-Klassen auf wirtschaftliche Erholung, denn gerade wenn die Industrieproduktion wieder anzieht, werden sie verstärkt nachgefragt,“ erklärt Klein.

„Von Seiten der Notenbanken sollte es keine Störfeuer geben: selbst in den USA preisen die Märkte in der nahen Zukunft keine Zinserhöhungen ein und die Inflationserwartungen in der Eurozone sind so gering, dass die EZB eher über eine Senkung ihrer sogenannten „Forward guidance“ nachdenkt,“ so Klein.

„Auch in Europa wird vermehrt über fiskalpolitische Stimuli nachgedacht, selbst in Deutschland: dies ist nicht zuletzt der Fall, um einem Erstarken der Populisten gerade vor den Europawahlen entgegenzuwirken. Die chinesische Regierung hat schon weitere Unterstützungen beschlossen und Präsident Trumps Steuersenkung wirkt auch dieses Jahr noch nach,“ erklärt Klein.

„Obgleich die Bremsspuren der Trumpschen Handelspolitik schlimmer als gedacht ausfallen, sind wir optimistisch, dass die wirtschaftliche Erholung wiedereinsetzt,“ so Klein. Eine Voraussetzung gäbe es allerdings: Präsident Trump und China müssen eine Einigung im Handelsstreit finden, ansonsten drohe wirklich eine Rezession.

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Investment Komitee Summary – Februar 2019

Beilegung des Handelsstreits dürfte Aktienmärkte weiter unterstützen

Die Aktienmärkte haben zwar im Januar die Verluste des Dezembers im Großen und Ganzen ausgeglichen, dennoch dürfte eine Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China für weiter steigende Kurse, zumindest in der kurzen Frist, führen. Deshalb hat das Investment Komitee der Fürstlich Castell’schen Bank folgende Entscheidungen getroffen.

Executive Summary:

  • Wir bevorzugen weiterhin den US-Aktienmarkt und ausgewählte Schwellenländer
  • Wir planen die US-Aktienquote weiter zu erhöhen, falls z. B. der S&P die 200-Tageslinie überschreitet. Europäische Aktien müssen erst noch wichtige Unterstützungen zurückerobern, bevor wir sie höher gewichten.
  • Gleichzeitig bauen wir im Rentenbereich Duration und Sicherheit auf, da die rationale Erwartung auf eine Einigung im Handelsstreit im letzten Jahr mehrfach enttäuscht wurde.
  • Wenn es zu einer Einigung im Handelsstreit kommt, würden wir auch Rohstoffe aufstocken.

Handelsstreit – Quo Vadis?

Wir gehen von einer Einigung zwischen den USA und China in der nahen Zukunft aus. Beide Parteien haben daran großes Interesse. Die Chinesen brauchen dringend positive Impulse für ihre Wirtschaft, denn das Wachstum hat sich deutlich abgeschwächt. US-Präsident Trump braucht ein positives politisches Signal und nicht zuletzt weiter steigende Aktienmärkte, um seine Popularität nicht zu gefährden. Wir gehen davon aus, dass es im Zuge einer Einigung zu weiter steigenden Aktienmärkten kommen könnte und haben deswegen und aufgrund der attraktiver gewordenen Bewertungen unsere Aktienquote bereits im Januar signifikant ausgebaut.

Notenbankpolitik und Rentenmärkte

Nachdem die US-Notenbank die Märkte im letzten Quartal des vergangenen Jahres in Angst und Schrecken versetzt hat, dürfte die Geldpolitik die Märkte nun erstmal unterstützen. Die Märkte gehen nun von keinem Zinsschritt der FED in diesem Jahr mehr aus, wir sehen zumindest keine weiteren Zinsschritte im ersten Halbjahr in den USA. Die EZB wird wohl in diesem Jahr angesichts der weiter niedrigen Inflation und der wirtschaftlichen Abschwächung nichts machen. Diese geldpolitische Unterstützung des „Lower for Longer 2.0“ dürfte die Aktienmärkte weiter positiv stimmen. Staatsanleihen, vor allem Bunds, haben in diesem Umfeld sinkender Inflation, sinkendem Wachstum und sich verschiebender Zinserhöhungen sogar noch ein gewisses Potential.

Ob wir die Tiefstände bei -17BP für zehnjährige Bundesanleihen noch einmal sehen werden, wird die Zukunft zeigen. Kurzfristig gehen wir bis Quartalsende von weiter sinkenden Zinsen aus: Ziel ist hierbei 0-10 BP für Bundesanleihen.

Aktienmärkte zwischen Politik und konjunktureller Eintrübung

Die Märkte sind im Januar trotz sich eintrübender Konjunkturindikatoren und deutlich nach unten revidierten Gewinnaussichten gestiegen. Das hat natürlich einerseits mit den starken Verlusten des Dezembers und andererseits aber auch mit der Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zu tun. Die Kernfrage ist allerdings, wie lange das noch gut geht und wie nachhaltig die zu erwartende Erholung ist. Die Einkaufsmanagerindizes deuten in immer mehr Ländern auf eine Abschwächung des Wachstums hin. Die BIP-Prognosen für Deutschland sind deutlich nach unten revidiert worden. Nur eine Einigung im Handelsstreit könnte hier das Ruder nachhaltig herumreißen. Allerdings befinden wir uns auch dann noch in einer späten Phase des Konjunkturzyklus und eine Abschwächung in diesem Jahr ist unumgänglich.

Fazit: wir sehen die Aktienmärkte zwar mit kurzfristigen Potential, erreichen allerdings in den USA bereits wieder neutrale Bewertungsrelationen und würden diese nicht mehr als günstig bezeichnen.

Rohstoffe, China und der Handelskrieg  

China als größter Konsument von Industriemetallen treibt natürlich die Preise an den Rohstoffmärkten maßgeblich mit. Gerade der Bereich der Industriemetalle ist unserer Meinung nach quasi „überverkauft“ und dürfte von einer Einigung im Handelsstreit profitieren. Auch haben die Chinesen eine Reihe von fiskalpolitischen Stimuli verabschiedet und es könnte noch mehr kommen beim Parteikongress im März. Die Effekte dürfte man in den Daten zwar erst gen Sommer sehen, aber das könnte die Märkte dann auch weiter unterstützen.

Brexit  

Es ist schwer zu sagen, was passieren wird. Momentan sieht alles nach einer Verlängerung aus, allerdings ist die große Frage, für wie lange. Ende Mai stehen die Europawahlen an, sollte Großbritannien dann noch nicht formal ausgeschieden sein, müssten sie an der Wahl ganz normal teilnehmen.

Kurzfristige Einigung im Handelsstreit dürfte Aktien unterstützen

Würzburg, 6. Februar 2019
Presse-Information

Die Fürstlich Castell’sche Bank hat im Januar die Aktienquote merklich erhöht und setzt auch kurzfristig auf einen positiven Verlauf am Aktienmarkt. Die weltweiten Börsen hatten im Januar die starken Verluste des Dezembers ausgeglichen und eine wahrscheinliche Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA dürfte die Märkte kurzfristig unterstützen.

„Die Beilegung des Handelsstreits und die Aussichten auf dauerhaft niedrige Zinsen dürften die Aktienmärkte in der nahen Zukunft beflügeln.“, sagt Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank. „Vor allem auch US-Aktien bleiben deswegen interessant.“

Eine Einigung im Handelsstreit sei im Interesse beider Parteien. „Die Chinesen brauchen positive Impulse für ihre Wirtschaft und US-Präsident Trump einen politischen Erfolg und nicht zuletzt weiter steigende Aktienmärkte.“, so Klein.

Hinzukommt der Sinneswandel der US-Notenbank, der die Märkte im Januar schon deutlich unterstützt hat. „Lower for Longer – das ist, was wir bei den Zinsen sehen werden“ sagt Klein. „Eine imminente Zinserhöhung in den USA ist vom Tisch und in Europa ist es fraglich, ob wir einen Zinsschritt vor 2020 sehen werden.“

„Diese Faktoren zusammengenommen lassen uns glauben, dass es zumindest in der kurzen Frist an den Märkten nochmal – eventuell auch sprunghaft bei einer Einigung im Handelsstreit – nach oben gehen könnte. Deswegen setzten wir weiterhin auf eine steigende Gewichtung von Aktien in einem balancierten Portfolio.“, so Klein.

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Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW3)

Der Start in das neue Jahr ist an den Aktienmärkten zumindest gelungen. Die Risiken sind zwar die alten, aber es scheint zumindest Hoffnung im Handelsstreit zu geben. Die Bilanzen der US-Berichtssaison sind zwar gemischt, aber nicht durchweg negativ. Viele Unternehmenslenker, wie der Chef der Citibank, warnen davor, die Rezession herbeizureden, denn eigentlich sei das wirtschaftliche Klima noch durchaus gut. Ist der Konjunkturpessimismus eventuell übertrieben? Im Skiort Davos kommen wie jedes Jahr um diese Zeit die weltweite Politik- und Wirtschaftselite zusammen, um über die Themen der Zeit zu sprechen. Die Konjunktur dürfte dabei recht weit oben auf der Agenda stehen. Das dürfte allerdings nicht alles sein.

Weltwirtschaftsforum in Davos

Mehr als 2.500 Teilnehmer werden von Dienstag bis Freitag über die Weltwirtschaft und Herausforderungen der Zukunft sprechen. Die Themen rangieren von geopolitischen Risiken, politischen Herausforderungen bis hin zu Digitalisierung und der Veränderung von Supply chain. Aber auch Themen wie die Zukunft des Gesundheitswesens, der Klimawandel und die Migration stehen auf der Agenda. Vor allem wird man viel von Unternehmenschefs und deren Einschätzung zur weiteren Entwicklung des neuen Jahres hören. Viele sagen ja, dass – angesichts der vielfältigen Risiken – dieses Jahr besonders herausfordernd werden könnte.

EZB trifft sich zur geldpolitischen Entscheidung

Angesichts der sich eintrübenden Konjunktur in Europa beobachten die Marktteilnehmer die EZB mit Argusaugen. Die Bank hat zum Jahresende ihr Anleihekaufprogramm zwar offiziell beendet, reinvestiert dennoch weiter im großen Stil. Im Fokus der Anleger ist nun allerdings vor allem die sogenannte „Forward Guidance“ der Zinsen. Es scheint ausgemacht, dass Mario Draghi bis zu seinem Ausscheiden die Zinsen nicht erhöhen wird. Seine Amtszeit endet im Oktober. Die jüngsten Erwartungen sind, dass die EZB wohl erst gegen Ende des Jahres ihren Einlagenzinssatz erhöhen wird und ein Zinsschritt erst in 2020 folgen könnte. Allerdings sehen die meisten Volkswirte dann schon eine deutliche konjunkturelle Abkühlung. Vielleicht bleiben die Zinsen auch einfach bei null. Kommende Woche könnte die EZB allerdings eine neue Kreditlinie für Banken annoncieren – die sogenannte TLTRO. Das dürfte vor allem für die südeuropäischen Banken – Stichwort Italien – positiv sein.

Berichtssaison geht weiter

In den USA geht die Berichtssaison mit Hochdruck weiter: unter anderem berichten Johnson & Johnson, Procter & Gamble aber auch Ford und Intel. In Europa geht es ebenso langsam los mit der schweizerischen Großbank UBS und Givaudan, dem weltweit größten Hersteller von Aromen und Duftstoffen mit Sitz in Vernier, Schweiz. In Deutschland macht SAP am 29. Januar den Anfang – zumindest für die DAX-Werte.

Brexit: Noch kann die Vernunft siegen

Würzburg, 14. Januar 2019
Presse-Information

Am 15. Januar 2019 wird das britische Parlament über das mit der EU entworfene Brexit-Abkommen abstimmen. Theresa May wird die Abstimmung nicht noch einmal verzögern und muss auch innerhalb der nächsten Tage konkrete Planungen vornehmen, wie Sie die Konsequenzen aus dem Abstimmungsergebnis umsetzen möchte. Und es deutet alles darauf hin, dass May die Abstimmung verlieren wird.

„Die Politik sieht einen ungeregelten Brexit am 29. März auf Europa zukommen und damit ein Versinken im Chaos. Es stellt sich aber die Frage, ob nach einer Abstimmungsniederlage von Theresa May, nicht doch noch einmal ein neues Referendum aus dem Hut gezaubert wird. Die Fürstlich Castell’sche Bank hat dies schon seit gut einem Jahr als mögliches Szenario dargestellt. Die Auguren sagen zwar, dafür wäre jetzt die Zeit zu knapp. Aber hat nicht der europäische Gerichtshof dafür den Weg geebnet, indem Großbritannien einseitig den Austritt zurückziehen kann?“, so Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank.

Ein ungeregelter Brexit würde alle Seiten hart treffen. Man geht davon aus, dass alleine Deutschland im Jahr 2020 mehr als 4,2 Milliarden Euro zusätzlich in den EU-Haushalt einzahlen muss. Dr. Sebastian Klein: „Seit zwei Jahren spielen die EU und Großbritannien das ’Chicken Game’. Wer glaubt, dass dies Morgen mit der Abstimmung beendet ist, wird enttäuscht sein. Erst am 29. März wird das Spiel frühestens beendet werden. Wobei wir davon ausgehen, dass noch ein paar Extrarunden eingebaut werden, so dass der 29. März nicht haltbar sein wird. Auch wenn Morgen die Abstimmung von Theresa May verloren wird, kann die Vernunft noch immer siegen. Es kann ein neues Referendum initiiert werden.“

 

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Investment Komitee Summary – Januar 2019

Aktienmärkte weiter belastet durch China, Handelskrieg und Brexit

Die Aktienmärkte sind zwar weiterhin durch die bekannten Risikofaktoren (u.a. Handelskrieg, wirtschaftliche Abschwächung und Brexit) belastet, aber die Bewertungen haben sich nach dem Ausverkauf im vierten Quartal verbessert, so dass wir im Investment Komitee folgende Entscheidungen getroffen haben:

Executive Summary:

  • Wir erhöhen die Aktienquote um 5 % und verlassen damit unsere sehr defensive Positionierung, bleiben aber weiterhin defensiv. Schwerpunkt unseres Aktienengagements sollen mit 50 % die USA sein, 30 % Europa und der Rest aufgeteilt auf Schwellenländer und Asien Pazifik
  • Auf der Rentenseite reduzieren wir die Duration in den USA und nehmen Gewinne aus langlaufenden US-Treasuries mit. Unser neuer Fokus ist das kurze Ende bei Renten.
  • Wir beobachten die Kreditmärkte kritisch. Falls die Spreads sich weiter ausweiten, würden wir unsere Bestände reduzieren.

Aktienbewertungen – billig oder nicht?

Die Bewertungen der Aktien gemessen an ihrem Kurs-Gewinn-Verhältnis sind deutlich gesunken durch den jüngsten Ausverkauf. Der deutsche Leitindex DAX liegt mit einem KGV von um die 11,5 unter seinem historischen Durchschnitt, aber die Frage ist nun, inwiefern die Gewinnerwartungen der Unternehmen realistisch sind. Die nächste Woche startende Berichtssaison in den USA wird darüber erste Auskünfte geben. Wir erachten US-Aktien als attraktiver, da wir davon ausgehen, dass die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen stabiler sein dürfte als in Europa und dem Rest der Welt. Deswegen bevorzugen wir aktuell US-Aktien.

Rentenmärkte und die FED

Auch die Rentenmärkte hatten ein sehr volatiles viertes Quartal, was vor allem an der starken Veränderung der Zinspolitik der FED lag. Während die Renditen in Antizipation weiterer Zinserhöhungen im November bis auf 3,25 % gestiegen waren, notieren die Papiere nun Mitte Januar bei um die 2,7 %. Der Grund für diesen ungewöhnlich starken Zinsabfall ist die FED und ihre geänderte Message: eine weitere Straffung der Geldpolitik sei angesichts der weltweiten Abkühlung und der Volatilität den an den Finanzmärkten weniger klar. Die Märkte glauben nicht mehr an weitere Zinsschritte in den USA in 2019. Wir denken aber, dass diese radikale Kehrtwende der Märkte übertrieben ist und die FED die Märkte im laufenden Jahr überraschen könnte. Deswegen positionieren wir uns im kurzen Ende der Yield Curve.

Kreditmärkte

Die Spreads bei Unternehmensanleihen sind durch die Bank gestiegen, was an das Jahr 1998, ebenfalls ein Jahr im Schlussviertel des Wirtschaftszyklus, erinnert. Die EZB hat den Markt als Käufer verlassen und die sich eintrübende Wirtschaft belastet ebenso. Es ist gut möglich, dass diese Bewegung anhält, denn eine sich eintrübende Konjunktur bedeutet auch höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten und damit höhere Spreads.

Politische Risiken

Die Verhandlungen zwischen China und den USA über Handelskonzessionen haben bis dato noch keinen erfolgreichen Abschluss erreicht. Das belastet nicht nur die beiden Parteien, sondern auch den Rest der Welt aufgrund der engen Vernetzung der Produktionsprozesse. Je mehr man die Bremsspuren in den Unternehmensbilanzen (jüngstes Beispiel Apple mit einer Gewinnwarnung) und an den Märkten sieht, desto höher ist allerdings auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Einigung kommt. Der US-Präsident misst seinen Erfolg an den Aktienmärkten und will Erfolge für sich einfahren und dürfte zu einem höheren Preis bereit sein. China hingegen sitzt ebenso auf einem wirtschaftlichen Pulverfass.

In welcher Form der Brexit kommen mag, ist weiterhin nicht bekannt. Nächste Woche kommt es wahrscheinlich zur Abstimmung im Parlament, das dürfte mehr Klarheit bringen. Es ist zu erwarten, dass das Thema an den Märkten für mehr Volatilität sorgen wird.

Beim Thema Italien und dem Haushaltsstreit ist zumindest ein Burgfriede mit der Europäischen Kommission ausgehandelt worden. Das Thema dürfte allerdings spätestens nach den Europawahlen im Mai wieder aufkommen, denn dann könnten die Rufe nach höheren Ausgaben deutlich lauter werden. Es ist davon auszugehen, dass die größten Gewinner bei der Europawahl die populistischen Parteien sein werden.

China

Die Redewendung „In China ist ein Sack Reis umgefallen“ als Metapher für ein unwichtiges Ereignis, dürfte getrost der Vergangenheit angehören. Wenn China erkrankt, spürt das nun die ganze Weltwirtschaft. Die jüngsten Wirtschaftsindikatoren deuten unisono auf eine Abkühlung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hin. Vor allem die Exporterwartungen könnten auf eine deutlich schlechtere Entwicklung hindeuten. China kann allerdings nicht wie in der Vergangenheit mit mehr Krediten dagegen anhalten, denn der Schuldenstand ist zu hoch. Die chinesische Regierung versucht hingegen nun durch eine Abwertung des Yuans die eigenen Produkte zu verbilligen, das belastet den Rest der Welt. Auf der anderen Seite reagieren chinesische Unternehmen auf die gestiegene Unsicherheit mit weniger Investitionen. Das belastet vor allem Japan und Deutschland als weltweit größte Hersteller von Maschinen.

Wirtschaftliche Abkühlung

Das Wirtschaftswachstum momentan ist immer noch auf einem hohen Niveau, in Deutschland auch klar über Potential. Aber die Dynamik geht in die falsche Richtung. Die Stimmungsindikatoren weisen sowohl für die USA als auch für Europa noch mehr auf eine deutliche Eintrübung der wirtschaftlichen Aktivität hin. 2019 dürfte noch ganz gut sein, aber spätestens in 2020 könnte es deutlich bergab gehen auch in den USA.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW1)

Das neue Jahr beginnt, wie sich das alte verabschiedet hat: turbulent und volatil. Konjunktursorgen – vor allem eine deutliche Wachstumsverlangsamung in China – belasten ebenso wie Gewinnwarnungen von weltweit agierenden Unternehmen. Der Schocker der letzten Woche war Apple: was so viele Investoren befürchteten, trat ein; das Unternehmen kann seine Umsatzziele nicht mehr halten. Hauptgrund sei China, aber auch der schleppende Absatz in sogenannten reifen Märkten. Für einen positiven Impuls hoffen Anleger unisono auf einen Durchbruch im US-chinesischen Handelskrieg.

Verhandlungen zwischen USA und China gehen in die nächste Runde

Es gibt zumindest rationale Gründe dafür, an eine Einigung zu glauben. Denn beide Parteien brauchen positive Signale für ihre heimischen Wirtschaften. Gerade für Präsident Trump sind die Aktienmärkte von großer Bedeutung und er weiß genau, dass ein positives Ergebnis mit China diese beflügeln dürfte. Die chinesische Wirtschaft hat sich jüngst deutlich eingetrübt. Kurz vor Weihnachten hatten beide Seiten positive Signale gesendet. Trump hatte zugesagt, zum 1. Januar geplante Zölle auf chinesische Waren in Höhe von 200 Milliarden Dollar (175 Milliarden Euro) auszusetzen. Peking verzichtete daraufhin vorerst auf geplante Zölle von 25 Prozent auf US-Autos. Am Montag, den 7. Januar sollen die Gespräche in Beijing wieder aufgenommen werden.

Theresa May und der Brexit gehen in die nächste Runde

Theresa May gibt nicht auf. Sie versucht weiterhin der EU Konzessionen beim dem sogenannten „Back-stop“ abzuringen und war in dieser Mission bei verschiedenen Regierungschefs in der vergangenen Woche vorstellig – unter anderem bei Bundeskanzlerin Merkel. Am Montag tritt das britische Unterhaus zusammen, um über den „Brexit-Deal“ zu debattieren. Nach dieser Debatte dürfte es mehr Klarheit geben, ob es überhaupt noch zu einem Deal kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit eines „Exits vom Brexit“ steigt quasi täglich. Am 14. Januar soll dann final über das Verhandlungsergebnis abgestimmt werden.

Konjunkturdaten aus den USA, Europa und Deutschland im Fokus

Mit Argusaugen beobachten Anleger die konjunkturelle Entwicklung, da sie einerseits die Gewinnerwartungen der Unternehmen und andererseits aber auch die Geldpolitik beeinflusst. Vor allem die Zinserhöhungserwartungen in den USA stehen im Fokus der Anleger. Angesichts der sich eintrübenden Aussichten, erwartet der Markt mittlerweile deutlich weniger bis hin zu keiner weiteren Zinserhöhung in 2019. Anfang der Woche wird der Einkaufsmanagerindex der nichtverarbeitenden Industrie in den USA veröffentlicht, aus Europa gibt es Zahlen zum Einzelhandelsumsatz und in Deutschland steht der Außenhandel im Fokus.