Investment Komitee Summary – Februar 2019

Beilegung des Handelsstreits dürfte Aktienmärkte weiter unterstützen

Die Aktienmärkte haben zwar im Januar die Verluste des Dezembers im Großen und Ganzen ausgeglichen, dennoch dürfte eine Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China für weiter steigende Kurse, zumindest in der kurzen Frist, führen. Deshalb hat das Investment Komitee der Fürstlich Castell’schen Bank folgende Entscheidungen getroffen.

Executive Summary:

  • Wir bevorzugen weiterhin den US-Aktienmarkt und ausgewählte Schwellenländer
  • Wir planen die US-Aktienquote weiter zu erhöhen, falls z. B. der S&P die 200-Tageslinie überschreitet. Europäische Aktien müssen erst noch wichtige Unterstützungen zurückerobern, bevor wir sie höher gewichten.
  • Gleichzeitig bauen wir im Rentenbereich Duration und Sicherheit auf, da die rationale Erwartung auf eine Einigung im Handelsstreit im letzten Jahr mehrfach enttäuscht wurde.
  • Wenn es zu einer Einigung im Handelsstreit kommt, würden wir auch Rohstoffe aufstocken.

Handelsstreit – Quo Vadis?

Wir gehen von einer Einigung zwischen den USA und China in der nahen Zukunft aus. Beide Parteien haben daran großes Interesse. Die Chinesen brauchen dringend positive Impulse für ihre Wirtschaft, denn das Wachstum hat sich deutlich abgeschwächt. US-Präsident Trump braucht ein positives politisches Signal und nicht zuletzt weiter steigende Aktienmärkte, um seine Popularität nicht zu gefährden. Wir gehen davon aus, dass es im Zuge einer Einigung zu weiter steigenden Aktienmärkten kommen könnte und haben deswegen und aufgrund der attraktiver gewordenen Bewertungen unsere Aktienquote bereits im Januar signifikant ausgebaut.

Notenbankpolitik und Rentenmärkte

Nachdem die US-Notenbank die Märkte im letzten Quartal des vergangenen Jahres in Angst und Schrecken versetzt hat, dürfte die Geldpolitik die Märkte nun erstmal unterstützen. Die Märkte gehen nun von keinem Zinsschritt der FED in diesem Jahr mehr aus, wir sehen zumindest keine weiteren Zinsschritte im ersten Halbjahr in den USA. Die EZB wird wohl in diesem Jahr angesichts der weiter niedrigen Inflation und der wirtschaftlichen Abschwächung nichts machen. Diese geldpolitische Unterstützung des „Lower for Longer 2.0“ dürfte die Aktienmärkte weiter positiv stimmen. Staatsanleihen, vor allem Bunds, haben in diesem Umfeld sinkender Inflation, sinkendem Wachstum und sich verschiebender Zinserhöhungen sogar noch ein gewisses Potential.

Ob wir die Tiefstände bei -17BP für zehnjährige Bundesanleihen noch einmal sehen werden, wird die Zukunft zeigen. Kurzfristig gehen wir bis Quartalsende von weiter sinkenden Zinsen aus: Ziel ist hierbei 0-10 BP für Bundesanleihen.

Aktienmärkte zwischen Politik und konjunktureller Eintrübung

Die Märkte sind im Januar trotz sich eintrübender Konjunkturindikatoren und deutlich nach unten revidierten Gewinnaussichten gestiegen. Das hat natürlich einerseits mit den starken Verlusten des Dezembers und andererseits aber auch mit der Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zu tun. Die Kernfrage ist allerdings, wie lange das noch gut geht und wie nachhaltig die zu erwartende Erholung ist. Die Einkaufsmanagerindizes deuten in immer mehr Ländern auf eine Abschwächung des Wachstums hin. Die BIP-Prognosen für Deutschland sind deutlich nach unten revidiert worden. Nur eine Einigung im Handelsstreit könnte hier das Ruder nachhaltig herumreißen. Allerdings befinden wir uns auch dann noch in einer späten Phase des Konjunkturzyklus und eine Abschwächung in diesem Jahr ist unumgänglich.

Fazit: wir sehen die Aktienmärkte zwar mit kurzfristigen Potential, erreichen allerdings in den USA bereits wieder neutrale Bewertungsrelationen und würden diese nicht mehr als günstig bezeichnen.

Rohstoffe, China und der Handelskrieg  

China als größter Konsument von Industriemetallen treibt natürlich die Preise an den Rohstoffmärkten maßgeblich mit. Gerade der Bereich der Industriemetalle ist unserer Meinung nach quasi „überverkauft“ und dürfte von einer Einigung im Handelsstreit profitieren. Auch haben die Chinesen eine Reihe von fiskalpolitischen Stimuli verabschiedet und es könnte noch mehr kommen beim Parteikongress im März. Die Effekte dürfte man in den Daten zwar erst gen Sommer sehen, aber das könnte die Märkte dann auch weiter unterstützen.

Brexit  

Es ist schwer zu sagen, was passieren wird. Momentan sieht alles nach einer Verlängerung aus, allerdings ist die große Frage, für wie lange. Ende Mai stehen die Europawahlen an, sollte Großbritannien dann noch nicht formal ausgeschieden sein, müssten sie an der Wahl ganz normal teilnehmen.

Kurzfristige Einigung im Handelsstreit dürfte Aktien unterstützen

Würzburg, 6. Februar 2019
Presse-Information

Die Fürstlich Castell’sche Bank hat im Januar die Aktienquote merklich erhöht und setzt auch kurzfristig auf einen positiven Verlauf am Aktienmarkt. Die weltweiten Börsen hatten im Januar die starken Verluste des Dezembers ausgeglichen und eine wahrscheinliche Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA dürfte die Märkte kurzfristig unterstützen.

„Die Beilegung des Handelsstreits und die Aussichten auf dauerhaft niedrige Zinsen dürften die Aktienmärkte in der nahen Zukunft beflügeln.“, sagt Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank. „Vor allem auch US-Aktien bleiben deswegen interessant.“

Eine Einigung im Handelsstreit sei im Interesse beider Parteien. „Die Chinesen brauchen positive Impulse für ihre Wirtschaft und US-Präsident Trump einen politischen Erfolg und nicht zuletzt weiter steigende Aktienmärkte.“, so Klein.

Hinzukommt der Sinneswandel der US-Notenbank, der die Märkte im Januar schon deutlich unterstützt hat. „Lower for Longer – das ist, was wir bei den Zinsen sehen werden“ sagt Klein. „Eine imminente Zinserhöhung in den USA ist vom Tisch und in Europa ist es fraglich, ob wir einen Zinsschritt vor 2020 sehen werden.“

„Diese Faktoren zusammengenommen lassen uns glauben, dass es zumindest in der kurzen Frist an den Märkten nochmal – eventuell auch sprunghaft bei einer Einigung im Handelsstreit – nach oben gehen könnte. Deswegen setzten wir weiterhin auf eine steigende Gewichtung von Aktien in einem balancierten Portfolio.“, so Klein.

Weitere Informationen zu den Vermögensverwaltenden Fonds der Fürstlich Castell’schen Bank finden Sie unter www.castell-bank.de.

 

Fürstlich Castell’sche Bank,
Credit-Casse AG
Sascha Gründl
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon 0931 3083-65300
Sascha.gruendl@castell-bank.de
www.castell-bank.de

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW3)

Der Start in das neue Jahr ist an den Aktienmärkten zumindest gelungen. Die Risiken sind zwar die alten, aber es scheint zumindest Hoffnung im Handelsstreit zu geben. Die Bilanzen der US-Berichtssaison sind zwar gemischt, aber nicht durchweg negativ. Viele Unternehmenslenker, wie der Chef der Citibank, warnen davor, die Rezession herbeizureden, denn eigentlich sei das wirtschaftliche Klima noch durchaus gut. Ist der Konjunkturpessimismus eventuell übertrieben? Im Skiort Davos kommen wie jedes Jahr um diese Zeit die weltweite Politik- und Wirtschaftselite zusammen, um über die Themen der Zeit zu sprechen. Die Konjunktur dürfte dabei recht weit oben auf der Agenda stehen. Das dürfte allerdings nicht alles sein.

Weltwirtschaftsforum in Davos

Mehr als 2.500 Teilnehmer werden von Dienstag bis Freitag über die Weltwirtschaft und Herausforderungen der Zukunft sprechen. Die Themen rangieren von geopolitischen Risiken, politischen Herausforderungen bis hin zu Digitalisierung und der Veränderung von Supply chain. Aber auch Themen wie die Zukunft des Gesundheitswesens, der Klimawandel und die Migration stehen auf der Agenda. Vor allem wird man viel von Unternehmenschefs und deren Einschätzung zur weiteren Entwicklung des neuen Jahres hören. Viele sagen ja, dass – angesichts der vielfältigen Risiken – dieses Jahr besonders herausfordernd werden könnte.

EZB trifft sich zur geldpolitischen Entscheidung

Angesichts der sich eintrübenden Konjunktur in Europa beobachten die Marktteilnehmer die EZB mit Argusaugen. Die Bank hat zum Jahresende ihr Anleihekaufprogramm zwar offiziell beendet, reinvestiert dennoch weiter im großen Stil. Im Fokus der Anleger ist nun allerdings vor allem die sogenannte „Forward Guidance“ der Zinsen. Es scheint ausgemacht, dass Mario Draghi bis zu seinem Ausscheiden die Zinsen nicht erhöhen wird. Seine Amtszeit endet im Oktober. Die jüngsten Erwartungen sind, dass die EZB wohl erst gegen Ende des Jahres ihren Einlagenzinssatz erhöhen wird und ein Zinsschritt erst in 2020 folgen könnte. Allerdings sehen die meisten Volkswirte dann schon eine deutliche konjunkturelle Abkühlung. Vielleicht bleiben die Zinsen auch einfach bei null. Kommende Woche könnte die EZB allerdings eine neue Kreditlinie für Banken annoncieren – die sogenannte TLTRO. Das dürfte vor allem für die südeuropäischen Banken – Stichwort Italien – positiv sein.

Berichtssaison geht weiter

In den USA geht die Berichtssaison mit Hochdruck weiter: unter anderem berichten Johnson & Johnson, Procter & Gamble aber auch Ford und Intel. In Europa geht es ebenso langsam los mit der schweizerischen Großbank UBS und Givaudan, dem weltweit größten Hersteller von Aromen und Duftstoffen mit Sitz in Vernier, Schweiz. In Deutschland macht SAP am 29. Januar den Anfang – zumindest für die DAX-Werte.

Brexit: Noch kann die Vernunft siegen

Würzburg, 14. Januar 2019
Presse-Information

Am 15. Januar 2019 wird das britische Parlament über das mit der EU entworfene Brexit-Abkommen abstimmen. Theresa May wird die Abstimmung nicht noch einmal verzögern und muss auch innerhalb der nächsten Tage konkrete Planungen vornehmen, wie Sie die Konsequenzen aus dem Abstimmungsergebnis umsetzen möchte. Und es deutet alles darauf hin, dass May die Abstimmung verlieren wird.

„Die Politik sieht einen ungeregelten Brexit am 29. März auf Europa zukommen und damit ein Versinken im Chaos. Es stellt sich aber die Frage, ob nach einer Abstimmungsniederlage von Theresa May, nicht doch noch einmal ein neues Referendum aus dem Hut gezaubert wird. Die Fürstlich Castell’sche Bank hat dies schon seit gut einem Jahr als mögliches Szenario dargestellt. Die Auguren sagen zwar, dafür wäre jetzt die Zeit zu knapp. Aber hat nicht der europäische Gerichtshof dafür den Weg geebnet, indem Großbritannien einseitig den Austritt zurückziehen kann?“, so Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank.

Ein ungeregelter Brexit würde alle Seiten hart treffen. Man geht davon aus, dass alleine Deutschland im Jahr 2020 mehr als 4,2 Milliarden Euro zusätzlich in den EU-Haushalt einzahlen muss. Dr. Sebastian Klein: „Seit zwei Jahren spielen die EU und Großbritannien das ’Chicken Game’. Wer glaubt, dass dies Morgen mit der Abstimmung beendet ist, wird enttäuscht sein. Erst am 29. März wird das Spiel frühestens beendet werden. Wobei wir davon ausgehen, dass noch ein paar Extrarunden eingebaut werden, so dass der 29. März nicht haltbar sein wird. Auch wenn Morgen die Abstimmung von Theresa May verloren wird, kann die Vernunft noch immer siegen. Es kann ein neues Referendum initiiert werden.“

 

Fürstlich Castell’sche Bank,
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Investment Komitee Summary – Januar 2019

Aktienmärkte weiter belastet durch China, Handelskrieg und Brexit

Die Aktienmärkte sind zwar weiterhin durch die bekannten Risikofaktoren (u.a. Handelskrieg, wirtschaftliche Abschwächung und Brexit) belastet, aber die Bewertungen haben sich nach dem Ausverkauf im vierten Quartal verbessert, so dass wir im Investment Komitee folgende Entscheidungen getroffen haben:

Executive Summary:

  • Wir erhöhen die Aktienquote um 5 % und verlassen damit unsere sehr defensive Positionierung, bleiben aber weiterhin defensiv. Schwerpunkt unseres Aktienengagements sollen mit 50 % die USA sein, 30 % Europa und der Rest aufgeteilt auf Schwellenländer und Asien Pazifik
  • Auf der Rentenseite reduzieren wir die Duration in den USA und nehmen Gewinne aus langlaufenden US-Treasuries mit. Unser neuer Fokus ist das kurze Ende bei Renten.
  • Wir beobachten die Kreditmärkte kritisch. Falls die Spreads sich weiter ausweiten, würden wir unsere Bestände reduzieren.

Aktienbewertungen – billig oder nicht?

Die Bewertungen der Aktien gemessen an ihrem Kurs-Gewinn-Verhältnis sind deutlich gesunken durch den jüngsten Ausverkauf. Der deutsche Leitindex DAX liegt mit einem KGV von um die 11,5 unter seinem historischen Durchschnitt, aber die Frage ist nun, inwiefern die Gewinnerwartungen der Unternehmen realistisch sind. Die nächste Woche startende Berichtssaison in den USA wird darüber erste Auskünfte geben. Wir erachten US-Aktien als attraktiver, da wir davon ausgehen, dass die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen stabiler sein dürfte als in Europa und dem Rest der Welt. Deswegen bevorzugen wir aktuell US-Aktien.

Rentenmärkte und die FED

Auch die Rentenmärkte hatten ein sehr volatiles viertes Quartal, was vor allem an der starken Veränderung der Zinspolitik der FED lag. Während die Renditen in Antizipation weiterer Zinserhöhungen im November bis auf 3,25 % gestiegen waren, notieren die Papiere nun Mitte Januar bei um die 2,7 %. Der Grund für diesen ungewöhnlich starken Zinsabfall ist die FED und ihre geänderte Message: eine weitere Straffung der Geldpolitik sei angesichts der weltweiten Abkühlung und der Volatilität den an den Finanzmärkten weniger klar. Die Märkte glauben nicht mehr an weitere Zinsschritte in den USA in 2019. Wir denken aber, dass diese radikale Kehrtwende der Märkte übertrieben ist und die FED die Märkte im laufenden Jahr überraschen könnte. Deswegen positionieren wir uns im kurzen Ende der Yield Curve.

Kreditmärkte

Die Spreads bei Unternehmensanleihen sind durch die Bank gestiegen, was an das Jahr 1998, ebenfalls ein Jahr im Schlussviertel des Wirtschaftszyklus, erinnert. Die EZB hat den Markt als Käufer verlassen und die sich eintrübende Wirtschaft belastet ebenso. Es ist gut möglich, dass diese Bewegung anhält, denn eine sich eintrübende Konjunktur bedeutet auch höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten und damit höhere Spreads.

Politische Risiken

Die Verhandlungen zwischen China und den USA über Handelskonzessionen haben bis dato noch keinen erfolgreichen Abschluss erreicht. Das belastet nicht nur die beiden Parteien, sondern auch den Rest der Welt aufgrund der engen Vernetzung der Produktionsprozesse. Je mehr man die Bremsspuren in den Unternehmensbilanzen (jüngstes Beispiel Apple mit einer Gewinnwarnung) und an den Märkten sieht, desto höher ist allerdings auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Einigung kommt. Der US-Präsident misst seinen Erfolg an den Aktienmärkten und will Erfolge für sich einfahren und dürfte zu einem höheren Preis bereit sein. China hingegen sitzt ebenso auf einem wirtschaftlichen Pulverfass.

In welcher Form der Brexit kommen mag, ist weiterhin nicht bekannt. Nächste Woche kommt es wahrscheinlich zur Abstimmung im Parlament, das dürfte mehr Klarheit bringen. Es ist zu erwarten, dass das Thema an den Märkten für mehr Volatilität sorgen wird.

Beim Thema Italien und dem Haushaltsstreit ist zumindest ein Burgfriede mit der Europäischen Kommission ausgehandelt worden. Das Thema dürfte allerdings spätestens nach den Europawahlen im Mai wieder aufkommen, denn dann könnten die Rufe nach höheren Ausgaben deutlich lauter werden. Es ist davon auszugehen, dass die größten Gewinner bei der Europawahl die populistischen Parteien sein werden.

China

Die Redewendung „In China ist ein Sack Reis umgefallen“ als Metapher für ein unwichtiges Ereignis, dürfte getrost der Vergangenheit angehören. Wenn China erkrankt, spürt das nun die ganze Weltwirtschaft. Die jüngsten Wirtschaftsindikatoren deuten unisono auf eine Abkühlung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hin. Vor allem die Exporterwartungen könnten auf eine deutlich schlechtere Entwicklung hindeuten. China kann allerdings nicht wie in der Vergangenheit mit mehr Krediten dagegen anhalten, denn der Schuldenstand ist zu hoch. Die chinesische Regierung versucht hingegen nun durch eine Abwertung des Yuans die eigenen Produkte zu verbilligen, das belastet den Rest der Welt. Auf der anderen Seite reagieren chinesische Unternehmen auf die gestiegene Unsicherheit mit weniger Investitionen. Das belastet vor allem Japan und Deutschland als weltweit größte Hersteller von Maschinen.

Wirtschaftliche Abkühlung

Das Wirtschaftswachstum momentan ist immer noch auf einem hohen Niveau, in Deutschland auch klar über Potential. Aber die Dynamik geht in die falsche Richtung. Die Stimmungsindikatoren weisen sowohl für die USA als auch für Europa noch mehr auf eine deutliche Eintrübung der wirtschaftlichen Aktivität hin. 2019 dürfte noch ganz gut sein, aber spätestens in 2020 könnte es deutlich bergab gehen auch in den USA.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW1)

Das neue Jahr beginnt, wie sich das alte verabschiedet hat: turbulent und volatil. Konjunktursorgen – vor allem eine deutliche Wachstumsverlangsamung in China – belasten ebenso wie Gewinnwarnungen von weltweit agierenden Unternehmen. Der Schocker der letzten Woche war Apple: was so viele Investoren befürchteten, trat ein; das Unternehmen kann seine Umsatzziele nicht mehr halten. Hauptgrund sei China, aber auch der schleppende Absatz in sogenannten reifen Märkten. Für einen positiven Impuls hoffen Anleger unisono auf einen Durchbruch im US-chinesischen Handelskrieg.

Verhandlungen zwischen USA und China gehen in die nächste Runde

Es gibt zumindest rationale Gründe dafür, an eine Einigung zu glauben. Denn beide Parteien brauchen positive Signale für ihre heimischen Wirtschaften. Gerade für Präsident Trump sind die Aktienmärkte von großer Bedeutung und er weiß genau, dass ein positives Ergebnis mit China diese beflügeln dürfte. Die chinesische Wirtschaft hat sich jüngst deutlich eingetrübt. Kurz vor Weihnachten hatten beide Seiten positive Signale gesendet. Trump hatte zugesagt, zum 1. Januar geplante Zölle auf chinesische Waren in Höhe von 200 Milliarden Dollar (175 Milliarden Euro) auszusetzen. Peking verzichtete daraufhin vorerst auf geplante Zölle von 25 Prozent auf US-Autos. Am Montag, den 7. Januar sollen die Gespräche in Beijing wieder aufgenommen werden.

Theresa May und der Brexit gehen in die nächste Runde

Theresa May gibt nicht auf. Sie versucht weiterhin der EU Konzessionen beim dem sogenannten „Back-stop“ abzuringen und war in dieser Mission bei verschiedenen Regierungschefs in der vergangenen Woche vorstellig – unter anderem bei Bundeskanzlerin Merkel. Am Montag tritt das britische Unterhaus zusammen, um über den „Brexit-Deal“ zu debattieren. Nach dieser Debatte dürfte es mehr Klarheit geben, ob es überhaupt noch zu einem Deal kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit eines „Exits vom Brexit“ steigt quasi täglich. Am 14. Januar soll dann final über das Verhandlungsergebnis abgestimmt werden.

Konjunkturdaten aus den USA, Europa und Deutschland im Fokus

Mit Argusaugen beobachten Anleger die konjunkturelle Entwicklung, da sie einerseits die Gewinnerwartungen der Unternehmen und andererseits aber auch die Geldpolitik beeinflusst. Vor allem die Zinserhöhungserwartungen in den USA stehen im Fokus der Anleger. Angesichts der sich eintrübenden Aussichten, erwartet der Markt mittlerweile deutlich weniger bis hin zu keiner weiteren Zinserhöhung in 2019. Anfang der Woche wird der Einkaufsmanagerindex der nichtverarbeitenden Industrie in den USA veröffentlicht, aus Europa gibt es Zahlen zum Einzelhandelsumsatz und in Deutschland steht der Außenhandel im Fokus.

Fürstlich Castell’sche Bank erweitert Vorstand

Würzburg, 2. Januar 2019 Presse-Information Der Aufsichtsrat der Fürstlich Castell’schen Bank hat Frau Dr. Pia Weinkamm zum 1. Januar 2019 in den Vorstand der Bank berufen. Die 43-jährige Volljuristin ist seit 17 Jahren bei der Bank beschäftigt, zuletzt als Generalbevollmächtigte für die Marktfolgebereiche. Neben dem Mitglied des Vorstands Klaus Vikuk, wird sie zusammen mit dem […]

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW50)

Castell’scher Jahresausblick 2019

2018 war nichts für schwache Nerven. Die grosse Frage ist natürlich jetzt zum Jahresausgang, wie es wohl 2019 weitergehen wird. Nach den starken Korrekturen an den Aktienmärkten weltweit gibt es zumindest verhaltene Hoffnung, dass es im neuen Jahr ein bisschen positiver werden könnte. Das Wachstum dürfte weltweit zwar „schwächer werden aber nicht schwach“ sein, um mit Mario Draghis Worten zu sprechen. Was werden die dominanten Themen sein?

Geldpolitik in den USA und Europa

Die jüngsten Kommentare von US-Notenbankern deuten darauf hin, dass die FED die Zinsen weniger stark als noch vor geraumer Zeit erwartet anziehen könnte. Das würde auf dem Rentenmarkt die Zinsen wieder einfangen und die Aktienmärkte durchweg unterstützen. Und der Dollar könnte ebenso an Stärke einbüssen, falls die FED einen weniger restriktiven Kurs fahren würde. Auch wenn die EZB von einer Zinserhöhung noch weit entfernt ist, haben sich angesichts der schlechteren Wirtschaftsdaten auch im Euroland die Erwartungen angepasst: der Markt erwartet keine substantiellen Zinserhöhungen für 2019 und dies dürfte ebenso ein positiver Faktor für Aktien sein.

Brexit

Wie und ob Grossbritannien aus Europa ausscheidet ist wohl im ersten Quartal das grösste politische Risiko in Europa. Ein harter Brexit wäre nicht nur für die Briten eine ökonomische Katastrophe, sondern auch für Kontinentaleuropa. Man muss sich nur mal die Investitionen und die Handeslflüsse anschauen, um zu verstehen, dass ein ungeordnetes Ausscheiden weitreichende Konsequenzen hätte.

Handelskonflikt zwischen USA und China

Viel wird davon abhängen, ob eine weitere Eskalation zwischen den zwei grössten Volkswirtschaften der Welt verhindert werden kann. Zum Ausklang des Jahres sieht die Entwicklung recht versöhnlich aus, doch hier steckt der „Teufel“ im Detail. Eine Einigung wäre ein Segen für die Aktienmärkte, denn schon an den Geschäftszahlen im dritten Quartal war klar ersichtlich, wie negativ sich Strafzölle auswirken. Ein mehr davon, wäre Gift für die Profitabilität vieler Unternehmen weltweit.

Ansonsten

Generell wird sich die Frage stellen, wie robust das Wirtschaftswachstum bleiben wird, wie es um die Schwellenländer bestellt sein wird und wann Investoren sich wirklich auf einen nachhaltigen Abschwung einstellen. Hier möchte natürlich niemand der letzte sein. Deshalb gilt wohl für 2019 noch mehr als sonst: Das richtige Timing wird Investmenterfolge massgeblich entscheiden.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 49)

Märkte im Blick

Der Ausverkauf und die Verunsicherung an den Märkten hat eine neue Dimension erreicht. Hohe Volatilität scheint die neue Normalität zu sein, denn die Unsicherheit ob politischer und ökonomischer Faktoren belastet die Nerven der Investoren. Und das vor dem Hintergrund eines weiter mehr als soliden globalen Wirtschaftswachstums und weitgehend gesunder Unternehmensgewinne. Eine Bestandsaufnahme.

Wo stehen wir?

Märkte werden als Bärenmarkt bezeichnet, wenn sie mehr als 20 Prozent in einem Jahr gefallen sind, in „Korrektur“ befinden sie sich bei einem Rückgang von mehr als 10 Prozent. Weltweit gibt es nur noch wenige Aktienmärkte, wie Indien und die Schweiz, die in keine der beiden Kategorien fallen. Besonders schlimm hat es den chinesischen, italienischen und deutschen Aktienmarkt getroffen, die sich im Bärenmarkt befinden. Aber auch der amerikanische Leitindex Dow Jones hat seit den Höchstständen diesen Jahres knapp 10 Prozent verloren.

Was hat zu den jüngsten Verlusten geführt?

Handelskrieg, Zinssorgen, Brexit, Italien, Konjunkturabschwächung – das sind nur die größten Belastungsfaktoren, die den Nerven der Investoren zusetzten. Einerseits führen ebendiese gestressten Nerven momentan zu der hohen Volatilität an den Märkten, zu der dann anderseits durch automatische Handelsstrategien häufig weiterer Druck aufgebaut wird.

Handelskrieg zwischen den USA und China

Die Börsen hängen sprichwörtlich am Puls der Tweets des US-Präsidenten, wenn es zu einer Einschätzung der Verhandlungslage zwischen den beiden Nationen geht. Nach dem G20-„Durchbruch“ überwog die Erleichterung gefolgt von erneuten Zweifeln, die von aggressiven Tweets des US-Präsidenten genährt wurden. Zum Ende der Woche überwogen dann auch wieder die hoffnungsvollen Anzeichen, dass sich beide Parteien annähern. Zu viel steht auf dem Spiel. Dennoch, für angeschlagene Nerven, ist diese Achterbahnfahrt nichts, ein Grund für mehr Volatilität.

Die Fed schien nicht beeindruckt vom Ausverkauf

Obgleich die stark angestiegenen Zinsen an den US-Anleihemärkten einer der Auslöser für die Kursverluste im Oktober waren und US-Präsident Trump die Notenbank dafür lautstark kritisierte, blieben die Währungshüter dabei, die Wirtschaft positiv einzuschätzen und ihre Zinserhöhungserwartungen nicht anzupassen. Dies, in Verbindung mit steigenden Konjunktursorgen, hat ebenso zur Verunsicherung beigetragen und den Ausverkauf verstärkt. Zum Ende dieser Woche scheint sich etwas im Denken der Fed verändert zu haben und das könnte an den Märkten positiv ankommen. Mehr und mehr Vertreter der US-Notenbank nehmen an, dass die Notenbank weniger stark als erwartet an den Zinsen in 2019 drehen wird.

Brexit und co.

Politische Risiken werden auch weiterhin die Agenda dominieren. Falls Theresa May in der nächsten Woche den Deal nicht durch ihr Parlament bekommt ist alles möglich: zweites Referendum, Neuwahlen, harter Brexit. Investoren sind weiterhin auf der Hut und haben starke Probleme sich zu positionieren.

Wie geht es weiter?

Zu erwarten ist, dass die Volatilität bleibt, denn die Unsicherheitsfaktoren werden so schnell nicht verschwinden. Die nächste Woche wird wohl ganz im Zeichen des Brexit stehen. Eventuell könnten die Märkte noch ein wenig von den veränderten Zinserwartungen in den USA getragen werden.

Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 48)

Die letzte Woche hatte von allem etwas: Zinsfantasien, Sorgen um den Welthandel sowie einmal wieder ein Geldwäscheskandal bei der Deutschen Bank. In Summe ging es an den meisten Börsen leicht bergab. Übers Wochenende könnten in punkto Handel Impulse vom G20-Treffen in Argentinien auftreten, da sich US-Präsident Trump und sein chinesisches Gegenüber zusammensetzen werden. Eine Annäherung der beiden könnte positive Auswirkungen auf die neue Handelswoche haben.

Leichte Erholung zum Jahresende?

Der jüngste Ausverkauf an den Börsen – gemischt mit einer zurückhaltenderen Fed und einem stark gefallenen Ölpreis – könnte durchaus der Nährboden für – zumindest – kurzfristig steigende Kurse sein. Viele Analysten sehen den europäischen Aktienmarkt insbesondere als recht „günstig“ bewertet an – auch dem letzten starken Ausverkauf im Februar folgte eine Aufwärtskorrektur. Es besteht also durchaus die Möglichkeit für ein versöhnliches Jahresende an den Aktienmärkten.

OPEC-Treffen

Auch der Ölpreis könnte wieder steigen, falls die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) nächste Woche eine starke Kürzung der Fördermenge beschließen sollte. Zuletzt war der Ölpreis (Marke Brent) um mehr als 30 Prozent innerhalb von 2 Monaten gefallen. Grund dafür ist die Kombination aus momentan sehr hohen Förderquoten und einer plötzlich einsetzenden Sorge, dass sich die Nachfrage abschwächen könnte. Doch der Ölmarkt hat auch eine sehr politische Komponente: US-Präsident Trump braucht innenpolitisch einen niedrigen Ölpreis und übt Druck auf Saudi Arabien aus. Während der Rest der Welt das Land wegen der Ermordung des Journalisten Kashoggi verurteilt, bleibt Trump wage. Es scheint, als erwartete er von Saudi Arabien, die Fördermenge nicht so stark zu drosseln.

Brexit in heißer Phase

Am 11. Dezember wird das britische Parlament über den finalen Brexit-Deal entscheiden. Bis dahin wird Theresa May keine Gelegenheit auslassen, um vor den Folgen eines harten Brexits zu warnen. Was sie allerdings vergisst, ist, dass es ohne ihre Person durchaus zu einem zweiten Referendum kommen könnte.

Italien – Entspannung im Haushaltsstreit

Es sieht momentan so aus, als würden die Italiener doch noch einlenken und ihr Defizitziel absenken. Hintergrund ist wohl, dass die Regierung in Rom nicht mit einem Strafverfahren in die Europawahl ziehen wird. Manch einer glaubt ja, dass die Regierung sowieso nicht länger als Ende Mai – dem Zeitpunkt der Europawahl – halten wird.

CDU neuer Parteivorsitz

Auch in Deutschland wird nächste Woche nichts geringeres als die politische Zukunft der nächsten Regierung beschlossen. Ein CDU-Parteitag in Hamburg wird den oder die nächste Parteivorsitzende/n wählen, der höchstwahrscheinlich auch der/die nächste Kanzler/in werden wird. Momentan sieht es so aus, als würde Annegret Kramp-Karrenbauer das Rennen machen. Sie stünde mehr als die beiden anderen – Friedrich Merz und Jens Spahn – für eine gewisse Kontinuität.