Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 48)

Die letzte Woche hatte von allem etwas: Zinsfantasien, Sorgen um den Welthandel sowie einmal wieder ein Geldwäscheskandal bei der Deutschen Bank. In Summe ging es an den meisten Börsen leicht bergab. Übers Wochenende könnten in punkto Handel Impulse vom G20-Treffen in Argentinien auftreten, da sich US-Präsident Trump und sein chinesisches Gegenüber zusammensetzen werden. Eine Annäherung der beiden könnte positive Auswirkungen auf die neue Handelswoche haben.

Leichte Erholung zum Jahresende?

Der jüngste Ausverkauf an den Börsen – gemischt mit einer zurückhaltenderen Fed und einem stark gefallenen Ölpreis – könnte durchaus der Nährboden für – zumindest – kurzfristig steigende Kurse sein. Viele Analysten sehen den europäischen Aktienmarkt insbesondere als recht „günstig“ bewertet an – auch dem letzten starken Ausverkauf im Februar folgte eine Aufwärtskorrektur. Es besteht also durchaus die Möglichkeit für ein versöhnliches Jahresende an den Aktienmärkten.

OPEC-Treffen

Auch der Ölpreis könnte wieder steigen, falls die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) nächste Woche eine starke Kürzung der Fördermenge beschließen sollte. Zuletzt war der Ölpreis (Marke Brent) um mehr als 30 Prozent innerhalb von 2 Monaten gefallen. Grund dafür ist die Kombination aus momentan sehr hohen Förderquoten und einer plötzlich einsetzenden Sorge, dass sich die Nachfrage abschwächen könnte. Doch der Ölmarkt hat auch eine sehr politische Komponente: US-Präsident Trump braucht innenpolitisch einen niedrigen Ölpreis und übt Druck auf Saudi Arabien aus. Während der Rest der Welt das Land wegen der Ermordung des Journalisten Kashoggi verurteilt, bleibt Trump wage. Es scheint, als erwartete er von Saudi Arabien, die Fördermenge nicht so stark zu drosseln.

Brexit in heißer Phase

Am 11. Dezember wird das britische Parlament über den finalen Brexit-Deal entscheiden. Bis dahin wird Theresa May keine Gelegenheit auslassen, um vor den Folgen eines harten Brexits zu warnen. Was sie allerdings vergisst, ist, dass es ohne ihre Person durchaus zu einem zweiten Referendum kommen könnte.

Italien – Entspannung im Haushaltsstreit

Es sieht momentan so aus, als würden die Italiener doch noch einlenken und ihr Defizitziel absenken. Hintergrund ist wohl, dass die Regierung in Rom nicht mit einem Strafverfahren in die Europawahl ziehen wird. Manch einer glaubt ja, dass die Regierung sowieso nicht länger als Ende Mai – dem Zeitpunkt der Europawahl – halten wird.

CDU neuer Parteivorsitz

Auch in Deutschland wird nächste Woche nichts geringeres als die politische Zukunft der nächsten Regierung beschlossen. Ein CDU-Parteitag in Hamburg wird den oder die nächste Parteivorsitzende/n wählen, der höchstwahrscheinlich auch der/die nächste Kanzler/in werden wird. Momentan sieht es so aus, als würde Annegret Kramp-Karrenbauer das Rennen machen. Sie stünde mehr als die beiden anderen – Friedrich Merz und Jens Spahn – für eine gewisse Kontinuität.