Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 42)

Ausblick auf die nächste Woche

Die Märkte haben sich wieder gefangen, allerdings bleiben Investoren weiterhin nervös, was den Ausblick anbelangt. Geopolitische Risiken und steigende Zinsen in den USA sind die größten Unsicherheitsfaktoren. Vor diesem Hintergrund stehen unter anderem auch in der kommenden Woche die Quartalsberichte im Fokus.

Berichtssaison in den USA und Europa

Gemischt sind die Unternehmensgewinne bislang ausgefallen: manche wie Goldman Sachs und Netflix haben positiv überrascht, andere wie SAP und Fresenius Medical Care enttäuscht. In der kommenden Woche startet die deutsche Berichtssaison erst richtig: Zahlen der Deutschen Bank werden am Mittwoch im Fokus stehen, Daimler am Donnerstag und BASF am Freitag, um nur einige zu nennen.

Konjunkturdaten aus den USA

An den Kapitalmärkten scheint Einigkeit zu herrschen, dass die US-Wirtschaft in einer ausgezeichneten Verfassung ist. Für die Aktienmärkte ist nun hochrelevant, ob dies die Fed veranlassen wird, die Zinsen schneller anzuheben. Der Ausverkauf der jüngsten Zeit war nicht zuletzt auf ein schnelles Anziehen der Renditen am US-Anleihemarkt zurückzuführen. Am Mittwoch wird das „Beige Book“ der Fed veröffentlicht, das weiter Aufschluss geben dürfte, wie ernst es der Fed mit der Bekämpfung der Inflation ist. Sie scheint sich von den Tiraden des US-Präsidenten jedenfalls nicht einschüchtern zu lassen.

EZB trifft sich zur geldpolitischen Sitzung

Am Donnerstag ist es wieder soweit. Für alle geldpolitisch Interessierten: ab 14:30 Uhr tritt EZB-Präsident Mario Draghi vor die Presse und erklärt seine Geldpolitik. Dies kann auch im Livestream (www.ecb.europa.eu) mitverfolgt werden. Trotz der steigenden Risiken für die Konjunktur und damit auch für die Inflation erwarten Volkswirte unisono, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm (QE) zum Jahresende stoppen wird. Interessant wird jedoch, ob Draghi etwas dazu sagt, ab wann die EZB den Anleihe-„Berg“ abschmelzen wird. Die EZB hat mehr als 2.6 Billionen Euro an Anleihen in den letzten Jahren gekauft.

Ölpreis im Blick

Der Fall Khashoggi und die möglichen Verwerfungen zwischen den USA und Saudi-Arabien sowie die Frage wie mit dem Iran weiter umgegangen wird, besorgen Händler des Rohstoffes. Vor allem Saudi-Arabien, der weltweit größte Ölproduzent hatte jüngst mit Vergeltung gedroht, falls die USA Sanktionen erwögen. Das wäre Neuland, denn die letzten 45 Jahre hat Saudi-Arabien nie seine Stellung als größter Ölproduzent genutzt, um seinen westlichen Verbündeten zu drohen.