Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW3)

Der Start in das neue Jahr ist an den Aktienmärkten zumindest gelungen. Die Risiken sind zwar die alten, aber es scheint zumindest Hoffnung im Handelsstreit zu geben. Die Bilanzen der US-Berichtssaison sind zwar gemischt, aber nicht durchweg negativ. Viele Unternehmenslenker, wie der Chef der Citibank, warnen davor, die Rezession herbeizureden, denn eigentlich sei das wirtschaftliche Klima noch durchaus gut. Ist der Konjunkturpessimismus eventuell übertrieben? Im Skiort Davos kommen wie jedes Jahr um diese Zeit die weltweite Politik- und Wirtschaftselite zusammen, um über die Themen der Zeit zu sprechen. Die Konjunktur dürfte dabei recht weit oben auf der Agenda stehen. Das dürfte allerdings nicht alles sein.

Weltwirtschaftsforum in Davos

Mehr als 2.500 Teilnehmer werden von Dienstag bis Freitag über die Weltwirtschaft und Herausforderungen der Zukunft sprechen. Die Themen rangieren von geopolitischen Risiken, politischen Herausforderungen bis hin zu Digitalisierung und der Veränderung von Supply chain. Aber auch Themen wie die Zukunft des Gesundheitswesens, der Klimawandel und die Migration stehen auf der Agenda. Vor allem wird man viel von Unternehmenschefs und deren Einschätzung zur weiteren Entwicklung des neuen Jahres hören. Viele sagen ja, dass – angesichts der vielfältigen Risiken – dieses Jahr besonders herausfordernd werden könnte.

EZB trifft sich zur geldpolitischen Entscheidung

Angesichts der sich eintrübenden Konjunktur in Europa beobachten die Marktteilnehmer die EZB mit Argusaugen. Die Bank hat zum Jahresende ihr Anleihekaufprogramm zwar offiziell beendet, reinvestiert dennoch weiter im großen Stil. Im Fokus der Anleger ist nun allerdings vor allem die sogenannte „Forward Guidance“ der Zinsen. Es scheint ausgemacht, dass Mario Draghi bis zu seinem Ausscheiden die Zinsen nicht erhöhen wird. Seine Amtszeit endet im Oktober. Die jüngsten Erwartungen sind, dass die EZB wohl erst gegen Ende des Jahres ihren Einlagenzinssatz erhöhen wird und ein Zinsschritt erst in 2020 folgen könnte. Allerdings sehen die meisten Volkswirte dann schon eine deutliche konjunkturelle Abkühlung. Vielleicht bleiben die Zinsen auch einfach bei null. Kommende Woche könnte die EZB allerdings eine neue Kreditlinie für Banken annoncieren – die sogenannte TLTRO. Das dürfte vor allem für die südeuropäischen Banken – Stichwort Italien – positiv sein.

Berichtssaison geht weiter

In den USA geht die Berichtssaison mit Hochdruck weiter: unter anderem berichten Johnson & Johnson, Procter & Gamble aber auch Ford und Intel. In Europa geht es ebenso langsam los mit der schweizerischen Großbank UBS und Givaudan, dem weltweit größten Hersteller von Aromen und Duftstoffen mit Sitz in Vernier, Schweiz. In Deutschland macht SAP am 29. Januar den Anfang – zumindest für die DAX-Werte.